Saarbrücken: Werkbund kämpft für Pingusson

Werkbund kämpft für Pingusson

Seit April 2014 steht die ehemalige französische Botschaft in Saarbrücken leer (Bild: Phrontis)
Die ehemalige französische Botschaft in Saarbrücken öffnet für eine Konferenz vorübergehend wieder ihre Pforten (Bild: Phrontis)

Die Zukunft der ehemaligen französischen Botschaft in Saarbrücken ist weiterhin ungeklärt. Seit Ostern 2014 steht die Hochhausscheibe leer, Konzepte für eine Weiternutzung sind bislang wenig konkret. Die dringend anstehende Sanierung wurde zuletzt auf 16 bis 40 Millionen Euro beziffert, was manchem Visionär einen Dämpfer versetzt haben dürfte. Nun will die saarländische Sektion des Deutschen Werkbunds den Stein erneut ins Rollen bringen: Am 16. und 17. Oktober lädt sie zu einer ergebnisoffenen Konferenz in das leerstehende Gebäude. Erwartet werden deutsche und französische Gäste aus unterschiedlichen Disziplinen.

Fest steht, dass die hohe Symbolkraft des Bauwerks für ein vereintes Europa zentral stehen soll. Das Gebäude wurde 1954 im kurzen Zeitraum der staatlichen Unabhängigkeit des Saarlandes nach dem 2. Weltkrieg als Dienstsitz des französischen Botschafters eröffnet. Entworfen wurde es von Georges-Henri Pingusson.  Nach dem Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik wurde der Bau zum Kultusministerium umfunktioniert. Seit 1985 steht er unter Denkmalschutz. Zum Tag des offenen Denkmals, am 14. September 2014, wird um 15.30 Uhr durch Axel Böcker (Landesdenkmalamt) eine Führung angeboten (Treffpunkt: Ehrenhof, Keplerstraße 21).(jr, 10.9.14)

Köln: Schöner Wohnen im Barcelò

Schöner Wohnen im Barcelò

1961-62 als Versicherungssitz errichtet, seit 1988 Hotel: das Barcelò Cologne (Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons))
1961-62 als Versicherungssitz errichtet, seit 1988 Hotel: das Barcelò Cologne (Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons))

Das ehemalige Hochhaus der Provinzial-Versicherung am Rudolfplatz ist bereits seit über 25 Jahren ein Luxushotel – und ein Baudenkmal. Der Architekt Theodor Kelter (1907-1982) entwarf diesen kölschen Klassiker des International Style in Stahl, Beton und Glas 1961. Zu seinen Gunsten wurde – nicht unumstritten – Ende der 1950er Jahre das historische Opernhaus abgebrochen. Der lange ungeliebte Nachfolger ist vor dem gleichen Schicksal gefeit.

Mehrere Büro- und Verwaltungsbauten Theodor Kelters stehen noch heute an den Kölner Ringen, das Barcelò Cologne gehört zu den markantesten. Am Tag des offenen Denkmals kann man das Innere des mondänen Hotels erkunden, sofern man sich nicht hierfür extra ein Zimmer nehmen möchte. Sein mehrfarbig ausgeleuchtetes Treppenhaus passt bestens zum Denkmaltag-Motto 2014: „Farbe“. In Köln finden die Veranstaltungen eine Woche später statt: Das erste Haus am Platz hat am 21.9. von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Führungen gibt es um 13.30, 15 und 16.30 Uhr. (db, 10.9.14)

Rostock: Deutsch-deutsches Denkmal

Deutsch-deutsches Denkmal

Vom Knast zur Gedenkstätte: Das ehemalige Stasi-Gefängnis in Rostock. Bild: R. Henkel
Vom Knast zur Gedenkstätte: Das ehemalige Stasi-Gefängnis in Rostock (Bild: R. Henkel)

In der Rostocker Innenstadt steht das 1958-60 gebaute ehemalige Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Heute befindet sich in dem mehrfach erweiterten Gebäudekomplex eine Dokumentations- und Gedenkstätte zum Thema DDR-Staatssicherheitsdienst. Doch auch nach dem Ende der DDR wurde der Stasi-Knast noch einige Zeit als Untersuchungshaftanstalt genutzt. Seit 1998 gehört er zum Dokumentationszentrum für die Opfer deutscher Diktaturen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Rund zehn Jahre nach dem Mauerfall, im Oktober 1999 öffnete man die U-Haft-Anstalt für den regelmäßigen Besucherverkehr.

Zum Tag des offenen Denkmals ist die Rostocker Dokumentationsstätte am 14. September von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Um 11 Uhr wird eine Ausstellung mit Bildern vom Fall der Mauer und aus den Wendejahren eröffnet. Um 14 Uhr gibt es einen Vortrag über die Stasi und das DDR-Grenzregime im Norden, zudem findet die gesamte Zeit eine Beratung zur Einsicht in Stasiakten statt. (db, 10.9.14)