Das Ende der Rhein-Main-Hallen

Das Ende der Rhein-Main-Hallen

Wiesbaden, Rhein-Main-Hallen (Bild: Magnus Manske, 2014)
Wiesbaden, Rhein-Main-Hallen vor dem Umbau von 2006 (Bild: Magnus Manske, 2004)

Die Wiesbadener Rhein-Main-Hallen zählt man zu den ersten bundesdeutschen Mehrzweckhallen. Eingeweiht wurde der flachgedeckte langgestreckte Bau zwischen Hauptbahnhof, Kurhaus und Altstadt bereits 1957 nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Roßkotten. Er wurde am ehemaligen Standort des Taunus- bzw. Rheinbahnhofs errichtet. In den Rhein-Main-Hallen fanden große Kultur-, Sport- und Festveranstaltungen statt. Nicht nur der Showmaster Hans-Joachim Kuhlenkampff war mit seiner Quiz-Sendung „Einer wird gewinnen“ ein regelmäßiger Gast.

Die Rhein-Main-Hallen wurden bereits mehrfach verändert. Zuletzt ergänzte man sie 2006 um einen Konferenzsaal und einen repräsentativen Eingangsbau. Der Abriss des Ensembles ist seit 2012 beschlossene Sache. Nach einem vorlaufenden Wettbewerb wurde der vierte Preisträger, das Büro Ferdinand Heide Architekten mit dem Neubau beauftragt. Heide hat sich in der Region bereits mit seinen Entwürfen für den neuen Frankfurter Westend-Campus einen Namen gemacht. Im August 2014 wird nun mit dem Abriss der Rhein-Main-Hallen begonnen. Der Neubau soll 2018 fertiggestellt werden: 180 Millionen Euro für 25.000 Quadratmeter für 9.000 Menschen. (kb, 13.8.14)

Hamburger Köpfe: Fritz Höger

Hamburger Köpfe: Fritz Höger

Hamburger Köpfe: Fritz Höger (Bild: Ellert & Richter Verlag)
Hamburger Köpfe: Fritz Höger (Bild: Ellert & Richter Verlag)

Das Hamburger Chilehaus wird 90. Im Jahr 1924 schenkte Fritz Höger (1877-1949) der Hansestadt ihr markantes Wahrzeichen. Wie ein Stein gewordenes Schiff ragt der Bau mit seinem spitzen Bug mitten in die Altstadt. Der Architekturhistoriker Ulrich Höhns widmet dem Meister des Backsteinexpressionismus jetzt ein ganzes Buch. In der Reihe „Hamburger Köpfe“ des Ellert & Richter Verlags entfaltet Höhns den Lebensweg und das reiche Werk des Baumeisters Fritz Höger.

Im Jahr 1907 gründete Höger sein eigenes Büro. Da ihm die akademische Ausbildung fehlte, nahm ihn der Bund Deutscher Architekten nicht auf. Höger nannte sich daraufhin schlicht „Baumeister“ und glänzte in öffentlichen wie privaten Projekten. Mit seinem Porträt zeigt Ulrich Höhns aber auch die andere Seite Högers: beruflich besessen, menschlich schwierig und politisch verstrickt in völkische Ideologien. Er sympathisierte mit den Nationalsozialisten und fand nach Kriegsende nicht mehr zu seiner alten Schaffenskraft zurück. (kb, 12.8.14)

Höhns, Ulrich, Fritz Höger (Hamburger Köpfe), Ellert & Richter Verlag, 2013, gebunden, 168 Seiten, 68 Abbildungen, 14 x 21 cm, ISBN 978-3-8319-0487-7.

Der Spreepark brennt

Der Spreepark brennt

Berlin, Spreepark (Bild: D. Bartetzko)
Das Themendorf „Alt England“ – hier im Frühjahr 2014 – brannte in der Nacht vom 10. auf den 11. August nieder (Bild: D. Bartetzko)

In der Nacht vom 10. auf den 11. August 2014 ist im Berliner Spreepark ein Feuer ausgebrochen. Betroffen war „Alt England“, ein Themendorf im Stil des historischen Großbritannien aus dem Jahr 1999. Wie die taz meldet, wurde der Brand auf 5.000 Quadratmetern Fläche von 100 Feuerwehrleuten, teils mit Löschbooten von der nahen Spree aus, bekämpft. Erst im März diesen Jahres hatte die Stadt Berlin den ehemaligen Freizeitpark erworben.

Eröffnet wurde der Rummel 1969 als „VEB Kulturpark Berlin“, liebevoll „Kulti“ genannt. Nach der Wende wurde privatisiert, erweitert und 2002 schließlich geschlossen. Seitdem entwickelte sich das malerisch verfallende Gelände zum Ausflugsziel, zeitweise wurden Führungen angeboten. Nun steht die Stadt nicht allein vor der Aufgabe, dem Areal eine tragfähige Zukunft zu geben. In den nächsten Tagen und Wochen müssen zunächst das Gelände beräumt, die Ruinen gesichert und das große öffentliche Interesse in gute Bahnen gelenkt werden. Aktuell ermittelt die Kriminalpolizei, es steht der Verdacht auf Brandstiftung im Raum. (kb, 11.8.14)