Weihnachtsgeld für den Kulti

1985 putzte sich der Kulturpalast für ein Schlagerfestival heraus (Bild:Bundesarchiv Bild 183-1985-0918-026, CC-BY-SA 3.0, Fotograf: Ulrich Häßler)
1985 putzte sich der Kulturpalast für ein Schlagerfestival heraus (Bild:Bundesarchiv Bild 183-1985-0918-026, CC-BY-SA 3.0, Foto: U. Häßler)

Für den Dresdner Kulturpalast gab es am 19. Dezember 2014 ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Der sächsische Innenminister Markus Ulbig übergab der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz 1 Million Euro zur weiteren Sanierung des Bauwerks. Das Geld stammt aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege des Freistaates. Es soll unter anderem dazu verwendet werden, die monolithische Gipsdecke im Foyer des Kulti zu rekonstruieren.

Das Original konnte nicht abgenommen werden, ohne zerstört zu werden. Auch die 1600 Leuchten, mit denen die Decke gespickt war, sollen nachgebaut werden. Der Kulturpalast wurde nach Plänen von Leopold Wiel gebaut und 1969 eröffnet. Er gilt heute als bedeutender Vertreter der Ostmoderne, seit 2008 steht er unter Denkmalschutz. 2013 begann man mit dem Umbau und entkernte den Palast. Künftig soll er der Dresdner Philharmonie, dem Kabarett Herkuleskeule und der städtischen Bibliothek eine neue Heimat bieten. Der Festsaal wird zum Konzertsaal für weniger Zuschauer umgebaut. 2017 soll der Kulti wieder eröffnet werden. (jr, 12.1.15)

Neue Chance für Neukladow?

Gutshaus Neukladow (Bild: Markus Michalczyk, GFDL/CC BY-SA 3.0)
Gutshaus Neukladow (Bild: M. Michalczyk, GFDL/CC BY-SA 3.0)

Die Schauspielerin Sarah Bernardt, der Schriftsteller Gerhard Hauptmann, der Politiker Walther Rathenau, der Regisseur Max Reinhardt, der Maler Max Liebermann – das sind nur einige der Größen, die im frühen 20. Jahrhundert in Neukladow zu Gast waren. Der Kunsthistoriker Johannes Guthmann hatte das Gut 1909 für die Berliner Künstlerszene geöffnet. Kein Geringerer als der Maler und Architekt Paul Schultze-Naumburg übernahm die Umgestaltung von Gutshaus und Park. Dieses – seit 1995 leerstehende – Anwesen im heutigen Berliner Bezirk Spandau will seit 2011 eine Bürgerstiftung als Kultur- und Begegnungszentrum erschließen.

Guthmann verließ das Gut Neukladow 1921. Die Fresken, die Max Slevogt hier nach Motiven der „Zauberflöte“ geschaffen hatte, gingen zunächst an die Nationalgalerie und wurden schließlich 1945 zerstört. Die Plastik „Eselreiter“ des Bildhauers August Gaul steht heute im Spandauer Rathaus. Neukladow blieben die malerischen Gebäude, der sich ins Romantische verwildernde Park und die einmalige Lage an der Havel. Dies soll nun bald wieder für Berliner Sommerfrischler zugänglich sein: 2,9 Millionen Lottogelder, meldet der Tagesspiegel, sollen investiert werden, um ein Ausflugslokal mit 200 Plätzen einzurichten. (kb, 11.1.15)

Sichtbetoninstandsetzung

Bauzeitliche Oberflächen (Bild: K. Berkemann)
Schönheit liegt eben im Auge des Betrachters (Bild: K. Berkemann)

Das Wort ist ebenso gewichtig wie das Thema: Am 27. Februar 2015 widmet sich das Bauarchiv Thierhaupten – das Bayerische Fortbildungs- und Beratungszentrum für Denkmalpflege – der „Sichtbestandsetzung“. Denn mit den Bauten der Nachkriegsmoderne rückt auch der Baustoff Beton immer mehr in das Arbeitsfeld der Denkmalpflege. Hier sind Konstruktion und Form so untrennbar miteinander verbunden, dass jeder Eingriff in die materialsichtige Oberfläche gut überlegt sein will.

Eröffnet wird die Tagung durch eine Einführung von Dr. Bernd Vollmar, Abteilungsleiter Praktische Denkmalpflege beim Bayerischen Landesamt. In der Folge berichten Fachleute aus der denkmalpflegerischen und restauratorischen Praxis über die Folgen einer konventionellen Betoninstandsetzung und über die Möglichkeiten etwa der Retusche einer sanierten Betonoberfläche. Zuletzt wird als Praxisbeispiel die Einsegnungshalle in Saarbrücken in den Mittelpunkt gerückt. Für die Tagung wird eine Gebühr von 50, reduziert 25 Euro erhoben. Eine Anmeldung ist bis zum 15. Januar 2015 möglich. (kb, 10.1.15)