Bauaufgabe Soldatenfriedhof

Bauaufgabe Soldatenfriedhof

US-amerikanischer Soldatenfriedhof im französischen Colleville-sur-Mer (Bild: Ttog)
US-amerikanischer Soldatenfriedhof im französischen Colleville-sur-Mer (Bild: Ttog)

Der Anlass für diese Bauaufgabe war ein trauriger: die nach 1914 „explodierende“ Zahl an Kriegstoten. Sie wurden in Sammelgräbern und -friedhöfen nicht nur bestattet, sondern noch posthum zu Zeichenträgern erhoben. Doch welche Vorstellungen von Krieg, Gewalt und Leiden werden in den Soldatenfriedhöfen und Kriegsgräberstätten greifbar? Wie wurden politische und gesellschaftliche Rechtfertigungsstrategien künstlerisch inszeniert? Diesen Fragen geht die Tagung „Bauaufgabe Soldatenfriedhof/Kriegsgräberstätte 1914-1989“ – eine Veranstaltung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München und des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert durch die DFG und den Ulmer Verein, Verband für Kunst- und Kulturwissenschaften – im Münchener Zentralinstitut für Kunstgeschichte vom 11. bis zum 12. September 2014 nach.

Das Kolloquium schaut auf Objekte, Relikte und Praxen der modernen Erinnerungskultur des Soldatentods. Im Mittelpunkt der kunst-, bild- und architekturgeschichtlichen Untersuchung stehen Form und Material von Einzelgräbern und Sammelfriedhöfen. Unter den Vorträgen finden sich Themen wie: italienische Kriegsgräberstätten als Mittel faschistischer Propaganda, evangelische Grab-/Gedenkkultur in Württemberg nach dem Ersten Weltkrieg oder Sowjetische Kriegsgefangene auf bayerischen Friedhöfen. (kb, 8.9.14)

Potsdamer „Minsk“ in der Diskussion

Potsdamer „Minsk“ in der Diskussion

Potsdam, Restaurant Minsk (Bild: historische Postkarte, nach 1977)
Das Terrassenrestaurant „Minsk“ am Potsdamer Brauhausberg (Bild: hist. Postkarte, nach 1977)

Am 4. September 2014 – meldet ostmoderne.org unter Berufung auf die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) – hat sich die Fraktion „Die Linke“ erneut für den Erhalt des „Minsk“ ausgesprochen. Das moderne Terrassenrestaurant wurde 1977 – zum 60. Jahrestag der Oktoberrevolution – am Potsdamer Brauhausberg eröffnet. Mit dem gestaffelten Flachdachbau ergänzte der Architekt Karl-Heinz Birkholz (mit Wolfgang Müller) die ebenfalls von ihm geplante geschwungene Schwimmhalle aus dem Jahr 1971.

Die moderne Anlage befindet sich aktuell im Umbruch: Auf dem Gelände sollen eine neue Schwimmhalle und „Stadtvillen“ entstehen. Die Initiative „Pro Brauhausberg“ engagierte sich – ebenso wie der Architekt Christian Wendland – 2011 verstärkt für den Erhalt und eine Unterschutzstellung des gesamten DDR-Ensembles. Für das „Minsk“ werden aktuell verschiedene Konzepte und Investoren diskutiert: Der Landessportbund Brandenburg will das ehemalige Restaurant zur „bewegungs- und gesundheitsorientierte[n] Kindertagesstätte“ umgestalten. Zeitgleich sollen die Stadtwerke Potsdam – so die MAZ – mit drei weiteren Bewerbern im Gespräch sein. Derweil steht das „Minsk“ weiter leer und verfällt.  (kb, 7.9.14)

Wir bauen eine Mauer …

„Wir bauen eine Mauer …

"Wir bauen eine Mauer ..." (Bild: Pinakothek der Moderne München)
„Wir bauen eine Mauer …“ (Bild: Pinakothek der Moderne München)

… und reißen sie wieder ein“ – dazu werden Kinder und Jugendliche vom 3. bis zum 5. Oktober 2014 in München eingeladen. Zum Tag der deutschen Einheit richtet das Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek einen Workshop aus. Angeleitet vom Künstler Fabian Vogl, soll in drei Tagen eine Mauer von 15 Metern Länge aus Obst- und Umzugskisten entstehen. Damit wird ganz praktisch erfahrbar, was Kinder und Jugendliche (nicht nur) im Berlin der Nachkriegszeit erlebten: in einer Stadt,doch getrennt von den Verwandten und besten Freunden.

Der Workshop gehört zum Rahmenprogramm der Ausstellung „For good Cause: Architecture of Peace – Divided Cities“, die noch bis zum 19. Oktober in der Neuen Pinakothek der Moderne in München zu sehen ist. Anhand internationaler Beispiele – von Dublin über Mostar bis Kabul – wird aufgezeigt, wie Städte- und Wiederaufbau in kriegerische Konflikte verstrickt ist. Ein Bauprojekt kann alte Streitigkeiten neu entfachen, aber auch erste Schritte zur Aussöhnung ermöglichen. Für den kostenfreien Workshop ist die Teilnehmerzahl begrenzt, Anmeldungen werden entgegengenommen unter 089/23805-198 oder palais@pinakothek.de. (kb, 6.9.14)