Parkhotel 1970: Zeitreise im Odenwald

Parkhotel 1970: Zeitreise im Odenwald

Michelstadt-Vielbrunn, Parkhotel 1970 (Bild: D. Bartetzko)
Bei Michelstadt bietet das Parkhotel 1970 einen tiefen Blick in die 1970er Jahre (Bild: D. Bartetzko)

Das ist kein Retrohotel, das ist das Original: Im Parkhotel 1970 können Odenwaldtouristen auf Zeitreise gehen. Denn das Hotel in Vielbrunn bei Michelstadt wurde vor 20 Jahren stillgelegt. Die Ausstattung blieb – von der Deckenverkleidung über die Sitzgruppe bis zum Handtuchhalter – liebevoll gepflegt erhalten. Erst seit 2010 können die Räume wieder für Übernachtungen, Feiern und Fotoshootings gebucht werden.

Das Ursprungshaus, mitten im malerischen Fachwerkdörfchen, stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im Jahr 1870 wurde erstmals eine Gastwirtschaft angemeldet – und das Hotel nach dem Krieg Stück für Stück erweitert. Nun hat die Enkelin das Anwesen aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Das Haupthaus steht mit verschiedenen Fest- und Versammlungsräumen offen. Im verwunschenen Park wurden die Zimmer des „Bungalows“ bereits behutsam renoviert. Und der Pool ist, wie sich das für diese Zeit gehört, nur eine Treppe tiefer. (kb, 21.8.14)

Denkmalpreis für Eisenbahnfreunde

Denkmalpreis für Eisenbahnfreunde

Sächsisches Eisenbahnmuseum Chemnit, Schnelzugdampflokomotive (Biild: gravitat-OFF)
Schnellzugdampflokomotive vor dem Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz (Bild: gravitat-OFF)

Am Bahnhof Chemnitz-Hilbersdorf wurde seit 1900 der Güterverkehr abgewickelt. Doch nach der Wende sah es düster aus für die denkmalgeschützte Anlage. Nur mit Hilfe der  Eisenbahnfreunde „Richard Hartmann“ Chemnitz kann man heute wieder ein spannendes Stück moderne Eisenbahngeschichte erleben: ein Befehlsstellwerk, ein Maschinenhaus mit drei historischen Anlagen, einen Leonardsatz-Generator, ein Spannwerk mit drei Spanntürmen und eine 350 m langen Gleisstrecke. Für ihr vorbildliches Engagement erhalten die Eisenbahnfreunde nun den Preis für Denkmalschutz.

Gerade hat das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz alle Preisträger bekanntgegeben. Am 27. Oktober 2014 werden in Aachen ausgezeichnet: Michael Bräuer (Rostock), das Archäologische Spessart Projekt e. V., Bauhütte und Förderverein an St. Katharinen e.V. (Hamburg), Pastor Heinz Dieter Freese (Sassenburg/Niedersachsen), der „Verein Rettung Schloss Blankenburg e. V.“ (Sachsen-Anhalt), die Journalistin Silke Klose Klatte (Hessischer Rundfunk), der Journalist Helge Drafz (Westdeutscher Rundfunk), die Journalistin Michaela Gericke (Rundfunk Berlin-Brandenburg) und der freie Journalist Carsten Müller. Wir gratulieren! (mb, 20.8.14)

Zeit für Berlins Mitte

Zeit für Berlins Mitte

Berlin, Alexanderplatz, 1976 (Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 183-R0327-0022, Foto: V. Stark)
1976 hatte man auf dem neuen Berliner Alexanderplatz noch Muße für nicht-architektonische Themen (Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 183-R0327-0022, Foto: V. Stark)

Es ist eine denkmalpflegerische Binsenweisheit, dass zu viel Geld historischen Bauten nicht immer gut tut. So betrachtet, ist die andauernde Finanznot der Stadt Berlin auch für etwas gut. Heute berichtet der Berliner Tagesspiegel, dass für weite Teile von Berlins Mitte ein „Umgestaltungsverbot“ bis 2030 gelte. Diese Frist betreffe u. a. das Umfeld der Marienkirche und des Fernsehturms. Da die Stadt etwa für die Pflege rund um den Fernsehturm Gelder vom Bund beziehe, sei eine Neugestaltung auf 15 Jahre hin nicht zulässig. Eine Atempause für die prägenden Zeugnisse der DDR-Moderne.

Dabei wird lebhaft um die „historische Mitte“ der alten/neuen Hauptstadt gerungen: Manfred Rettig, Vorstand der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum, forderte jüngst den alten Neptunbrunnen auf dem Schlossplatz zurück. Die SPD dachte laut darüber nach, zu Füßen des Fernsehturms historische Wohnungen wiederaufzubauen. Solche Überlegungen bleiben, so der Tagesspiegel, mindestens für die nächsten 15 Jahre Gedankenspiele. Und – mit einem Seitenblick auf die Berliner Flugplatzträume – ein Ende der Berliner Finanznot dürfte kaum in Sicht sein. (kb, 19.8.14)