Wer baut fürs Bauhaus?

Wer baut fürs Bauhaus?

Das historische Bauhausgebäude in Dessau (Bild: Mewes)
Kann man Gropius Bau toppen? (Bild: Mewes, CC-BY-SA 3.0)

In Dessau bereitet man sich derzeit auf den 100. Geburtstag des Bauhaus vor, der 2019 ansteht. Zum großen Jubiläum soll auch das geplante neue Bauhausmuseum fertig sein. Als die Planung im letzten Jahr wegen unsicherer Finanzierung stockte, fürchtete man schon, die Feierlichkeiten unter freiem Himmel begehen zu müssen.

Diese Hürde scheint inzwischen genommen, die Kosten werden anteilig mit je 12,5 Millionen Euro vom Bund und dem Land Sachsen-Anhalt übertragen. Nun geht das Projekt Bauhausmuseum in die nächste Etappe: kürzlich wurde ein Architekturwettbewerb ausgelobt. Bis zum 13. April können Architekturbüros weltweit Entwürfen für den Bau abgeben. Das Bauhausmuseum wird die umfangreiche Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau künftig auf 2100 m² der Öffentlichkeit zugänglich machen. Geplant ist ein „Museum in Bewegung“. Die musealen Inhalte sollen mit einem dynamischen Ausstellungskonzept vermittelt werden, das der Bauhaustradition entspricht. Der Siegerentwurf soll noch in diesem Jahr prämiert werden, die endgültige Entscheidung der Jury ist im September 2015 zu erwarten. (jr, 18.3.15)

Zukunft Baukultur 1960+

Gleich nach Ostern widmet sich das Netzwerk Baukultur Niedersachsen einer noch jungen Generation von (künftigen) Denkmalen: der Baukultur 1960+. Der gleichnamige Arbeitskreis will für alles Gebaute der 1960er und 1970er Jahre sensibilisieren: die theoretischen Grundlagen erfassen sowie einzelne Engagierte und Initiativen mit Fördermöglichkeiten vernetzen. Und im April soll eine Tagung die Gelegenheit zur Zwischenbilanz und zum Ausblick bieten.

In Hannover geht es konkret um die Zukunft dieser modernen Baukultur. Die Themen der Referenten reichen von der Sanierung des Theaters Wolfsburg bis zu Vermittlungsmöglichkeiten der Baukunst der 1960er und 1970er Jahre. Thematische Spaziergänge und Berichte aus den Arbeitsfeldern/-gruppen runden die Tagung ab. Das 12. Netzwerk-Forum findet am 14. April 2015 zwischen 10 und 18:30 Uhr im Historischen Museum Hannover (Pferdestraße 5) statt. Die Veranstalter raten wegen der begrenzten Teilnehmerzahl zur raschen Anmeldung unter: kontakt@baukultur-niedersachsen.de. (kb, 17.3.15)

Eines der Tagungsthemen: die Sanierung des Wolfsburger Theaters, das dem Spätwerk Hans Scharouns zuzurechnen ist (Bild: Vanellus Foto)

4. Stern für Düsseldorf

Am 12. März 2015 blickte Düsseldorfs Architekturszene gebannt auf die Verleihung der MIPIM Awards in Cannes. Seit 1991 werden hier jährlich fünf weltweit herausragende Immobilienprojekte prämiert. Und am Ende gab es allen Grund zum Jubeln für die Rheinländer: Das Dreischeibenhaus, in den letzten zwei Jahren aufwendig saniert, machte in der Kategorie „Best Refurbishment“ das Rennen. Es ist bereits das vierte Mal, dass der Preis in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt geht. Entsprechend begeistert zeigte sich auch Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) in seiner Gratulation: „Düsseldorf hat den ‚vierten Stern‘ gewonnen!“

Noch 2010 war das Dreischeibenhaus von solchen Ehren weit entfernt. Mit dem Auszug des Thyssen-Krupp Konzerns, dem das denkmalgeschützte Bauwerk jahrzehntelang als Verwaltungsbau gedient hatte, stand es vor einer ungewissen Zukunft. Nach dem Verkauf an einen Investor übernahm schließlich das Büro HPP Architekten, das in den 1960er Jahren auch für Planung und Realisierung des Baus verantwortlich gewesen war, die Sanierung. Während die Büroräume umfassend modernisiert und das Gebäude an die heutigen energetischen Standards angepasst wurden, blieb die unverwechselbare Ästhetik des Dreischeibenhauses erhalten. Inzwischen ist es voll vermietet und wird auch die nächsten Jahrzehnte in Düsseldorf die Fahne des Internationalen Stils hochhalten. (jr, 17.3.15)

Hat den vierten Stern für Düsseldorf geholt: das Dreischeibenhaus (Bild: Johann H. Addicks, addicks@gmx.net, GNU oder CC 3.0)