Corvinuskirche Hannover: Abriss droht

Corvinuskirche Hannover: Abriss droht

Corvinuskirche Hannover, Orgelprospekt 1964
Seit zwei Jahren wird die Corvinuskirche in Hannover nicht mehr als Gottesdienstraum genutzt (Bild: Archiv Börner/wikipedia, 1964)

Die Corvinuskirche in Hannover-Stöcken ist seit zwei Jahren kein Gotteshaus mehr. Der 1960-62 nach Plänen des Architekten Roderich Schröder errichtete Bau wurde 2012 entwidmet. Die Gemeinde will die Immobilie, die Ende 2011 unter Denkmalschutz gestellt wurde, abreißen lassen. Ursprünglich war ein Umzug geplant, nach dem gescheiterten Kauf der katholischen St. Christophoruskirche am Stöckener Markt möchte die evangelische Kirchengemeinde Ledeburg-Stöcken nun doch auf einen kleinen Teil des Grundstücks der Corvinuskirche zurückzukehren. Hier soll ein neues Gemeindezentrum mit einem Kirchraum entstehen. Die Entscheidung des Kirchenvorstands, der die Pläne absegnen muss, steht aber noch aus. Auch innerhalb der Gemeinde gibt es Kritik an den Abrissplänen.

Schon kurz nach der Unterschutzstellung reichte der Vorstand der Gemeinde Ledeburg-Stöcken beim Verwaltungsgericht Hannover Klage gegen den Bescheid des Denkmalamtes ein (Az.: 4 A 734/12). Im Februar 2013 hat das Verwaltungsgericht Hannover der Klage stattgegeben und damit vorbehaltlich der Rechtskraft der Entscheidung den Abriss zugelassen. Das Denkmalamt hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt, die demnächst vorm Oberverwaltungsgericht verhandelt wird. Ausgang offen … (db, 8.6.14)

Architecture en uniforme

Architecture en uniforme

Architecture en Uniforme (Bild: Palais de Chaillot Paris)
„Tarnspezalisten“ im US-amerikanischen Fort Belvoir (Bild: Palais de Chaillot Paris)

Auch während der „dunklen Jahre“, mitten im Zweiten Weltkrieg wurde gebaut. Dieser noch allzu wenig beachteten Architekturepoche widmet das Pariser Palais de Chaillot bis zum 8. September 2014 die Ausstellung „Architecture en uniforme. Projeter et construire pour la Deuxième Guerre mondiale“. Untersucht wird, wie sich die verheerenden Kriegszerstörungen in Guernica 1937 oder in Hiroshima und Nagasaki 1945 auf das Bauwesen auswirkten. Die Kuratoren der Pariser Ausstellung vergleichen hierfür Projekte aus Frankreich, Kanada, Deutschland, Italien, Japan, Italien, Spanien, den USA und der UdSSR.

Mit Zeichnungen, Modellen, Fotografien und Quellen wird – anhand von Architektenpersönlichkeiten wie Albert Speer oder Ernst Neufert – ausgelotet, wo professionelles Engagement aufhörte und Mittäterschaft begann. Die Projekte reichten von Fabrik- bis zu Bunkerbauten. Es entstand der architektonische Rahmen für Vernichtungslager wie Ausschwitz. Aber es wurden auch zukunftsweisende Erfahrungen für einen sparsamen Umgang mit Baustoffen gesammelt. In jedem Fall bildeten das Erleben von Zerstörung und Wiederaufbau zuletzt den Nährboden für eine neue, kompromisslos moderne Architektur. (kgb, 7.6.14)

28. Kirchbautag in München

28. Kirchbautag in München

München, Matthäuskirche (Bild: Rufus46)
Die Münchener Matthäuskirche ist zentraler Treffpunkt beim 28. Evangelischen Kirchbautag (Bild: Rufus46)

Es ist eine moderne Veranstaltung mit Tradition, wurde der Evangelische Kirchbautag doch kurz nach Kriegsende im Jahr 1948 begründet. Schon zum 28. Mal trifft sich die Fachwelt, um über den aktuellen evangelischen Kirchenbau zu diskutieren. Vom 9. bis zum 12. Oktober 2014 laden die evangelische Landeskirche in Bayern und das Präsidium des Kirchbautages zum Thema „Evangelisch präsent – Kirche gestalten für die Stadt“ nach München ein. Experten aus der Soziologie, Architektur, Kunstgeschichte und Theologie referieren, wie protestantische Kultur in einer Großstadt wie München – in direkter Nachbarschaft zu anderen religiösen und kulturellen Räumen – aussehen kann.

Nach dem Krieg beantwortete der Architekt Gustav Gsaenger diese Frage schon einmal, als er die Matthäuskirche (1957) beim Sendlinger Tor unübersehbar in geschwungenen Formen gestaltete. Die Matthäuskirche bildet einen zentralen Veranstaltungsort des Kirchbautags, der am 9. Oktober mit Architekturführungen, Gottesdienst und Empfang eröffnet wird. Die Themen, die am 10. Oktober durch Vorträge und Exkursionen anklingen, können am 11. Oktober in Workshops vertieft werden. Am 12. Oktober endet die Fachtagung mit dem Abschlussgottesdienst in der Lukaskirche. (kgb, 7.6.14)