Hoffnung für Gloria in Weißenfels?

Hoffnung für Gloria in Weißenfels?

Das Lichtspieltheater Gloria in Weißenfels, eingeweiht 1928, steht seit Jahren leer (Bild: F. Richter, Weißenfels)

In diesem Frühjahr konnte moderneREGIONAL – mit der Autorin Sarah Huke und der Fotografin Francesca Richter – seit Jahren den ersten Blick in das leerstehende Gloria in Weißenfels werfen. Nun lud das Landesverwaltungsamt als Obere Denkmalschutzbehörde am 23. Mai 2014 zur Exkursion nach Weißenfels. Mit der Reihe „In liebevolle Hände abzugeben“ präsentiert das Land chancenreiche Baudenkmale, die einen neuen Käufer suchen. Oberbürgermeister Robby Risch und der Präsident des Landesverwaltungsamts Thomas Pleye öffneten – unter großem Interesse von Presse und Einheimischen – neben anderen historischen Bauten u. a. auch das Lichtspieltheater Gloria.

Das Gloria wurde 1928 vom Erfurter Architekten Carl Fugmann im aufstrebenden Weißenfels errichtet. Durch die innovative Eisenkonstruktion zog schon die Baustelle zahlreiche Schaulustige an. Über Jahre bot das Lichtspieltheater mit der großstädtischen Geste Kulturgenuss für jeden Geldbeutel. Nach der Wende schlug eine Umnutzung zum Tanzpalast fehl, die Investoren blieben unerreichbar. Erst seit wenigen Wochen ist für das Objekt – auf Initiative der Stadt Weißenfels – wieder ein Insolvenzverwalter ansprechbar. Ein Käufer wird gesucht …

Carlo Weber ist tot

Carlo Weber ist tot

Münchener Olympiastadion (Bild: hic et nunc/M(e)ister Eiskalt)v
Als Büropartner von Günter Behnisch wirkte Carlo Weber bis 1972 am Münchener Olympiastadion mit (Bild: hic et nunc/M(e)ister Eiskalt)

Sein prominentestes Werk dürfte das Münchener Olympiastadion (1972) sein, an dem er als Büropartner von Günter Behnisch mitarbeitete. Am 15. Mai 2014 verstarb der Stuttgarter Architekt Carlo Weber in Stuttgart. Geboren 1934 in Saarbrücken als Karlheinz Weber, studierte er bis 1961 an der Technischen Hochschule Stuttgart. In den folgenden Jahren arbeitete Carlo Weber u. a. für Günter Behnisch, Bruno Lambart und in Paris für Louis Arretche.

Im Jahr 1980 gründete Weber mit Fritz Auer ein eigenes Architekturbüro. Als Hochschullehrer wirkte er an der Universität Stuttgart und der Technischen Universität Dresden. Darüber hinaus war Weber Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und deren Sekretär der Klasse Baukunst. Unter seinen späten Bauten sind u. a. die Landesbank Bremen in Halberstadt (2000) oder der Umbau des Ausstellungsgebäudes auf den Brühlschen Terrassen in Dresden (2005) hervorzuheben. Die Einweihung des Hauses der Archäologie in Chemnitz am 15./16. Mai 2014 konnte Weber nicht mehr miterleben.

Rheinparkcafé sucht Betreiber

Rheinparkcafé sucht Betreiber

Das Kölner Rheinparkcafé (Bild: Owi)
Das Kölner Rheinparkcafé wurde 1957 zur Bundesgartenschau eingeweiht (Bild: Owi)

Das nierentischförmige Café im Kölner Rheinpark konnte 1957 zu seiner Einweihung 1.200 Menschen aufnehmen. Heute sucht das Kleinod der Nachkriegsmoderne nach einem neuen gastronomischen Betreiber. Auf die Chancen und Schönheiten, die das Rheinparkcafé weiterhin birgt, weist aktuell die Initiative „Perle sucht Dame“ – unterstützt u. a. vom Deutschen Werkbund NW und von der Bundesstiftung Baukultur – mit kreativen Aktionen hin: Am 18. Mai 2014 z. B. präsentierten elf „Schirmherren“ vor dem Café die Fotoausstellung „Aufbruch! Architektur der fünfziger Jahre in Deutschland“ von Hans Engels.

Entworfen wurde das geschwungene Baukunstwerk mit großzügigen Terrassenflächen durch den Architekten Rambald von Steinbüchel-Rheinwall. Es gehörte zum Großprojekt der Bundesgartenschau, die 1957 unter dem Motto „Blumen blühen am Rhein“ auch den Wiederaufbau der Stadt öffentlichkeitswirksam in Szene setzte. Wie die Rheinterrassen und das Rosencafé konnte auch das Parkcafé mit seinem Blick auf den Dom werben. Doch während die beiden anderen Restaurationsbetriebe bereits liebevoll saniert wurden, wartet das Parkcafé noch auf seine Wiederentdeckung.