Architecture under Attack

Architecture under Attack

Gasangriff im Ersten Weltkrieg an der Ostfront (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-F0313-0208-007)
Gasangriff deutscher Truppen an der Ostfront des Ersten Weltkriegs (Bild: Bundesarchiv)

Schon im Ersten Weltkrieg wurden – über die verheerenden menschlichen Verluste hinaus – ganze Kulturlandschaften mit ihren Bauten zerstört. Zu diesem Thema fragt das Architecture, Space and Society Network, Birkbeck am 30. Mai 2014 in London mit der Tagung „Architecture Under Attack: Destruction and Renewal in and after World War I“: Wie wurde die Bedrohung erlebt, wie reagierte man auf die Zerschlagung des gewohnten Stadtraums und wie wurde Erinnerung künstlerisch inszeniert?

Die Zerstörungen des Ersten Weltkriegs markierten nicht nur einen tiefen gesellschaftlichen Einschnitt, sie wurden zudem kaum 30 bis 40 Jahre später durch den Zweiten Weltkrieg erneuert und bei weitem übertroffen. Ausgewählte Referenten widmen sich den Auswirkungen von Belagerung, Zerstörung und Wiederaufbau zum Ende des Ersten Weltkriegs und darüber hinaus. Beispielsweise führt Volker Welter von der University of California aus, wie die moderne Architektur (auch) in den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs wurzelt. Roger Bowdler vom English Heritage skizziert die Wege des Gedenkens im englischen Raum. Die Tagungsteilnahme ist kostenfrei, Anmeldungen sind noch online möglich.

Hoffnung für Gloria in Weißenfels?

Hoffnung für Gloria in Weißenfels?

Das Lichtspieltheater Gloria in Weißenfels, eingeweiht 1928, steht seit Jahren leer (Bild: F. Richter, Weißenfels)

In diesem Frühjahr konnte moderneREGIONAL – mit der Autorin Sarah Huke und der Fotografin Francesca Richter – seit Jahren den ersten Blick in das leerstehende Gloria in Weißenfels werfen. Nun lud das Landesverwaltungsamt als Obere Denkmalschutzbehörde am 23. Mai 2014 zur Exkursion nach Weißenfels. Mit der Reihe „In liebevolle Hände abzugeben“ präsentiert das Land chancenreiche Baudenkmale, die einen neuen Käufer suchen. Oberbürgermeister Robby Risch und der Präsident des Landesverwaltungsamts Thomas Pleye öffneten – unter großem Interesse von Presse und Einheimischen – neben anderen historischen Bauten u. a. auch das Lichtspieltheater Gloria.

Das Gloria wurde 1928 vom Erfurter Architekten Carl Fugmann im aufstrebenden Weißenfels errichtet. Durch die innovative Eisenkonstruktion zog schon die Baustelle zahlreiche Schaulustige an. Über Jahre bot das Lichtspieltheater mit der großstädtischen Geste Kulturgenuss für jeden Geldbeutel. Nach der Wende schlug eine Umnutzung zum Tanzpalast fehl, die Investoren blieben unerreichbar. Erst seit wenigen Wochen ist für das Objekt – auf Initiative der Stadt Weißenfels – wieder ein Insolvenzverwalter ansprechbar. Ein Käufer wird gesucht …

Carlo Weber ist tot

Carlo Weber ist tot

Münchener Olympiastadion (Bild: hic et nunc/M(e)ister Eiskalt)v
Als Büropartner von Günter Behnisch wirkte Carlo Weber bis 1972 am Münchener Olympiastadion mit (Bild: hic et nunc/M(e)ister Eiskalt)

Sein prominentestes Werk dürfte das Münchener Olympiastadion (1972) sein, an dem er als Büropartner von Günter Behnisch mitarbeitete. Am 15. Mai 2014 verstarb der Stuttgarter Architekt Carlo Weber in Stuttgart. Geboren 1934 in Saarbrücken als Karlheinz Weber, studierte er bis 1961 an der Technischen Hochschule Stuttgart. In den folgenden Jahren arbeitete Carlo Weber u. a. für Günter Behnisch, Bruno Lambart und in Paris für Louis Arretche.

Im Jahr 1980 gründete Weber mit Fritz Auer ein eigenes Architekturbüro. Als Hochschullehrer wirkte er an der Universität Stuttgart und der Technischen Universität Dresden. Darüber hinaus war Weber Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und deren Sekretär der Klasse Baukunst. Unter seinen späten Bauten sind u. a. die Landesbank Bremen in Halberstadt (2000) oder der Umbau des Ausstellungsgebäudes auf den Brühlschen Terrassen in Dresden (2005) hervorzuheben. Die Einweihung des Hauses der Archäologie in Chemnitz am 15./16. Mai 2014 konnte Weber nicht mehr miterleben.