Brückenschlag in Frankfurt am Main

Brückenschlag in Frankfurt am Main

Brückenschlag zwischen Alt und Neu (Bild: DAM Frankfurt)
Brückenschlag zwischen Alt und Neu (Foto: K. und E. Malorny, Bild: DAM Frankfurt)

Frankfurt blickt zurück auf eine lange Brückenbaugeschichte – 18 Verbindungen gibt es heute zwischen den Stadtteilen südlich und nördlich des Mains. Die jüngste Flussüberquerung schließt ein Ensemble aus Alt und Neu: Die Osthafenbrücke bildet mit der Honsellbrücke von 1912 nicht nur ein anspruchsvolles Bauvorhaben, sondern einen Brückenschlag zwischen den Jahrhunderten. Das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt (DAM) widmet die Ausstellung „Brückenschlag Ostend – Momentaufnahmen aus nächster Nähe“ vom 24. Mai bis zum 24. August 2014 diesem jüngsten Projekt.

In ästhetisch klaren, technisch orientierten Schwarzweiß-Fotografien bieten Elke und Klaus Malorny einmalige Einblicke in den Bau der neuen und die Sanierung der alten Brücke. Seit Dezember 2013 ist die 175 Meter lange, von Ferdinand Heide Architekten und der Grontmij GmbH entworfene Stahlkonstruktion öffentlich befahrbar. Die Fotografen dokumentierten in Frankfurt vor über 30 Jahren die Proteste gegen die Startbahn West und befassen sich seit den 1970er Jahren mit den Mainbrücken. Als Angehörige der Friedensbewegung setzten sie sich dafür ein, die Sprengkammern aus dem Zweiten Weltkrieg mit Beton zu befüllen.

Centre Le Corbusier fällt an die Stadt

Centre Le Corbusier fällt an die Stadt

Das Züricher  Le-Corbusier-Haus (Bild: Roland zh)
Das Centre Le Corbusier am Züricher See, das letzte Werk des Stararchitekten der Moderne, wird ab Juli 2014 wieder regelmäßig für Besucher geöffnet (Bild: Roland zh)

Am Ostufer des Züricher Sees wurde 1967 der letzte Entwurf des Architekten Le Corbusier (1887-1965) umgesetzt. Das farbenfrohe Gesamtkunstwerk beherbergt das Heidi-Weber-Museum mit Werken des Stararchitekten. Nach Unstimmigkeiten zwischen der Besitzerin Heidi Weber und der Stadt Zürich wird das Centre Le Corbusier ab Juli 2014 wieder regelmäßig für Besucher geöffnet. In diesem Jahr fiel das Haus – der Baurechtsvertrag lief nach 50 Jahren aus – zurück an die Stadt.

Keinen Beton-Kubus, sondern ein Gesamtkunstwerk aus Stahl, Glas und Farbe gestaltete der Stararchitekt für Zürich. Unter dem plastisch aufgefalteten Dach sind die Museumsräume als eigenständiger Baukörper eingefügt. Der Bau wurde durch die Initiative der Innenarchitektin Heidi Weber ermöglicht, die in den Räumen Wechselausstellungen zu Le Corbusier plante. Nach Übergabe an die Stadt, soll das Centre Le Corbusier nun für die kommenden zwei Jahre vom Frühjahr bis zum Oktober, von Mittwoch bis Sonntag, von 12 bis 18 Uhr geöffnet werden. Aus konservatorischen Gründen wird die Besucherzahl täglich auf 100 begrenzt.

Berliner ICC schließt die Pforten

Berliner ICC schließt die Pforten

Das Berliner ICC schließt seine Pforten (Bild: Avantique)
Das Internationale Congress Centrum Berlin wurde am 2. April 1979 eingeweiht (Bild: Avantique)

Ende Juni 2014 finden die letzten Veranstaltungen statt, dann schließt das Internationale Congress Centrum Berlin (ICC) und steht vor einer ungewissen Zukunft. Für den futuristischen Bau, der 1979 eröffnet wurde, scheut die Messe Berlin vor über 300 Millionen Euro Sanierungskosten. Derweil fordert die Architektenkammer Berlin, das ICC als „Ikone für das Westberlin der Mauerzeit und bedeutendes Bauwerk der High Tech Architektur“ unter Denkmalschutz zu stellen.

Ebenso erklärte bereits Anfang März 2014 die Vorsitzende des Landesdenkmalrats, Kerstin Wittmann-Englert: Nicht nur die konstruktive Hülle, auch die Innenräume und damaligen technisch-künstlerischen Innovationen seien einzigartig. Dass der Bau so unverändert erhalten blieb, ist einer strikten Urheberrechtsklausel zugunsten der Architekten Ralf Schüler und Ursula Schüler-Witte zu verdanken. Fachleute erklären, der Denkmalschutz könne die Steuerzahler vor hohen Abriss- oder Umbaukosten bewahren. Angeregt wird ein offener Planungswettbewerb, der die Architektin Ursula Schüler-Witte einbezieht. Das Gebäude solle währenddessen zugänglich und nutzbar bleiben, ähnlich wie in Berlin schon der Palast der Republik oder der Flughafen Tempelhof.