80 Jahre Richard Meier

Los Angeles, Getty Center (Bild: Peter Berger)
Für das Getty Center in Los Angeles prägte Meier 1998 einen eigenen Weißton, das leicht gebrochene „Getty-Weiß“ (Bild: Peter Berger)

Leuchtend, klar und äußerst fotogen – einen Richard Meier erkennt man schon von weitem. Der Pritzker-Preis-Träger steht für eine kompromissfähige Moderne. Peter Richard Alan Meier (* 1934) eröffnet in seinen Heimatland, den USA, 1963 sein erstes eigenes Büro. Schon zu Beginn prägt er den für ihn typischen schlichten lichtdurchfluteten Stil aus. Dabei bezieht er sich, wie Meier immer wieder betont, nicht auf das Bauhaus, sondern auf sein Vorbild Le Corbusiers.

In den folgenden Jahrzehnten baute Meier ständig und weltweit: vom Atheneum in New Harmony/Indiana (1979) über das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst (1985) bis zur Chiesa di Dio Padre Misericordioso in Rom (2003). Bis auf wenige Ausnahmen – darunter das Getty Center in Los Angeles (1998) – blieb Meier auch dem blendenden Weiß treu, das seine Bauten so unverwechselbar macht. In diesem Jahr wurde Richard Meier 80 Jahre. Wir gratulieren! (kb, 8.11.14)

Alltag im Osten

Vor Zeiten (Bild: Lehmstedt Verlag)
„Vor Zeiten“ – Alltagsfotografie der DDR von Harald Hauswald (Bild: Lehmstedt Verlag)

1977, er hatte gerade seine Fotografenausbildung abgeschlossen, kam Harald Hauswald nach Berlin. Ost-Berlin. Hier dokumentierte er (auch) das Alltagsleben der geteilten Stadt. Seit 1983 arbeitete er für die Evangelische Stephanus-Stiftung, seit 1986 fotografierte er auch im Auftrag westdeutscher Medien. 2014, zu seinem 60. Geburtstag, kann Hauswald auf ein reiches fotografisches Werk zurückblicken.

Der Band „Vor Zeiten“, erschienen im Lehmstedt Verlag, verknüpft nun rund 100 seiner eindrücklichsten publizierten Aufnahmen mit ebenso vielen noch unveröffentlichten Fotografien aus seinem Archiv. In der Rückschau verdichten sie sich zu einem DDR-Bild jenseits der Parolen. Hauswald trifft einen – entwaffnend ideologiefreien – Ton zwischen Anteilnahme und Ironie. Zugleich prägte und bewahrte er ein Stück Alltagsgeschichte einer (fast) untergegangenen Welt. (kb, 8.11.14)

Harald Hauswald. Vor Zeiten. Alltag im Osten. Fotografien 1976–1990, hg. von Mathias Bertram, Lehmstedt-Verlag 2013, 248 Seiten, gebunden, 200 Abbildungen,  24 x 27 cm, ISBN 978-3-942473-66-8.

Wandern ist grenzwertig

Innerdeutsche Grenze zwischen Hessen und Thüringen (Bild: Hans Josef Lücking)
Ein Stück ehemalige innerdeutsche Grenze zwischen Hessen und Thüringen (Bild: Hans Josef Lücking)

Naheliegende Wortspiele sind das eine, der geschichtliche Hintergrund das andere. Je weiter – erfreulicherweise – die reale deutsch-deutsche Grenze hinter uns liegt, desto verwaschener wird die Erinnerung an ihren exakten Verlauf. Verschiedene Projekte – jüngst die Berliner Lichtinstallation zum Mauerfall-Jubiläum – versuchen dies mit sinnfälligen Mitteln zu ändern. Einige von ihnen nutzen den Tourismus-Trend zu Natur und Wandern, um zusätzliche Inhalte zu transportieren.

Auch in Thüringen kann man sich deutsch-deutsche Geschichte erlaufen. Der Kolonnenweg markiert auf 300 km den ehemaligen Grenzstreifen. Von Bad Lauterberg bis Untersuhl folgen 15 Wanderetappen dem „grünen Band“. Virtuell können sich Wanderer über die historischen Hintergründe der Wanderstrecke informieren. Ein Begleitbuch – „Thüringer Grenz-Wege“, erschienen im Klartext-Verlag, herausgegeben von Paul-Josef Raue – gibt Tipps für die Wanderstrecke mit historischem Mehrwert. (kb, 8.11.14)