Sozialistischer Realismus

Sozialistischer Realismus

Sozialistischer Realismus Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne (ICOMOS-Publikation, 2014)
Die neue ICOMOS-Publikation „Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne“

Es gab Jahrzehnte, da wurde der Kalte Krieg – auch – auf Häuserfassaden ausgetragen: Die Abstraktion sollte den Westen, der Realismus den Osten vertreten. In der Rückschau bieten (gerade) die künstlerischen Ausdrucksformen des Sozialistischen Realismus beeindruckende Zeugnisse der Nachkriegsmoderne. Um dieses Erbe in seiner ganzen Vielfalt – von seinen traditionelle Wurzeln über seine realistischen oder rationalistischen Ansätze bis hin zu seinen avantgardistisch-modernen Spielarten – angemessen würdigen zu können, stellte der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) nun eine umfassende Publikation zusammen.

Unter dem Titel „Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne“ veröffentlichte der Berliner Bäßler-Verlag verschiedene Welterbevorschläge aus Mittel- und Osteuropa. Dokumentiert werden Nominierungsvorschläge von unterschiedlichen nationalen Tentativlisten: Länder wie Tschechien und Weißrussland, aber auch Cuba sind vertreten. Und die deutsche Senatsinitiative „Doppeltes Berlin“, welche die Karl-Marx-Allee und das Hansaviertel als künftiges Welterbe sieht.

Sozialistischer Realismus und Sozialistische Moderne. Welterbevorschläge aus Mittel- und Osteuropa. Socialist Realism and Socialist Modernism. World Heritage Proposals from Central and Eastern Europe (ICOMOS. Hefte des Deutschen Nationalkomitees LVII), Bäßler-Verlag, Berlin, 2013, broschiert, 168 Seiten, 130 Abbildungen und zahlreiche Dokumente, deutsch/englisch, 21 x 29,6 cm, ISBN 978-3-930388-90-5.

Postwar

Postwar

Karl-Marx-Plastik in Chemnitz (Bild: Aka)
Karl-Marx-Plastik in Chemnitz (Bild: Aka)

Nach 1945 gab es mehr als die Gegensatzpaare Ost und West, Karl Marx und Kapitalismus, Realismus und Abstraktion. Durch den und jenseits des Eisernen Vorhangs wurde Kunst auf vielfältige Weise geschaffen, erforscht und gedeutet. Diesen wechselvollen Bezügen folgt das Projekt „Postwar – Nachkriegskunst zwischen Pazifik und Atlantik, 1945-1965″ mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Den Anfang macht das Vorhaben mit der gleichnamigen internationalen Konferenz vom 21. bis zum 24. Mai 2014 im Münchener Haus der Kunst. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und das Goethe-Institut, Anmeldungen sind online möglich.

Alles ist Architektur

Alles ist Architektur

Das ehemalige Kerzengeschäft Retti in Wien (Bild: C. Cossa)
Das ehemalige Kerzengeschäft Retti in Wien (Bild: C. Cossa)

Er gilt als Wegbereiter der Postmoderne – am 24. April 2014 verstarb der österreichische Architekt Hans Hollein im Alter von 80 Jahren. Nach seiner Ausbildung u. a. an der Wiener Akademie der bildenden Künste machte Hollein 1965 mit der plastischen Gestaltung des Kerzenladens Retti von sich reden. In den kommenden Jahren folgte Hollein seinem Motto „Architektur ist alles“, verband Architektur und Design zu Gesamtkunstwerken. Auch für seine späten Werke – vom Frankfurter Museum für Moderne Kunst (1991) bis zum französischen Erlebnismuseum Vulcania (2002) – blieb er einer bewegten Formensprache treu. Bereits 1985 erhielt Hollein mit dem Pritzker-Preis die höchste Weihe für sein Werk.