Jože Plečnik. Skizzen

Prag, Jože Plečnik (O. Kořínek)
Der slowenische Architekt Jože Plečnik mischte antike und moderne Formen (Bild: O. Kořínek)

Jože Plečnik (1872-1957) war zur Jahrhundertwende der beste Zeichner der Wiener Kunstakademie – so urteilte kein Geringerer als der Architekt Otto Wagner über seinen begabten Schüler. Noch bis zum 13. Juni 2014 würdigt das Architekturmuseum Breslau sein Werk mit der Ausstellung „Jože Plečnik: Skizzen“. Präsentiert werden Zeichnungen und Entwürfe des slowenischen Architekten, die vorwiegend aus der Privatsammlung Dr. Damjan Prelovšek stammen.

In Ljubljana geboren, kam Plečnik weit herum: Nach seiner Ausbildung in Wien arbeitete er in Wien, Ljubljana und Prag, bereiste Frankreich und Italien. Vor allem die Begegnung mit der römischen Antike spiegelt sich immer wieder in seinem Werk: Säulen, Kapitelle und Triumphbögen mischte Plečnik munter mit modernen Formen. Nach dem Ersten Weltkrieg machte sich Plečnik mit der Wiederherstellung des Prager Schlosses einen Namen. Nach 1921 sollte er seine Heimatstadt Ljubljana durch öffentliche Bauten, Denkmäler und zuletzt Kirchengebäude entscheidend prägen. Spätestens seit den 1980er Jahren findet das Werk des eigenwilligen Architekten wieder die verdiente Anerkennung.

Neue Frauen

Neue Frauen (Bild: MKG Hamburg)
In den 1920er Jahren – hier die Werbung der Marke Yva – trug die moderne „neue“ Frau selbstbewusst Seidenstrümpfe (Bild: MKG Hamburg)

Die moderne „neue“ Frau der 1920er Jahre trug Seidenstrümpfe und kurze Haare. Aus der Sammlung Fotografie zeigt das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe noch bis zum 27. Juli 2014 die Ausstellung „Neue Frauen“. Mit 40 ausgewählten Aufnahmen aus der Zeit der Weimarer Republik wird lebendig, wie tiefgreifend sich das Frauenbild nach dem Ersten Weltkrieg wandelte. Als 1918 das Frauenwahlrecht eingeführt wurde, empfanden dies viele Zeitgenossinnen als Signal zum Aufbruch.

In Literatur und Film, aber auch in Modezeitschriften inszenierte man auf einmal Frauen, die Tennis spielten und Auto fuhren. Doch wurden sie nicht nur als Modell vor, sondern auch – wie Aenne Biermann, Lotte Jacobi oder Madame d’Ora – als Fotografin hinter der Kamera aktiv. Gerade in den jungen Berufsfeldern Film und Journalismus ergriffen Frauen ihre neuen Chancen. Die Ausstellung „Neue Frauen“ steht im Rahmen der Reihe „Die Sammlung im Kontext“, mit der das Museum für Kunst und Gewerbe bis 2015 tiefere Einblicke in seine Bestände zu Fotografie und Neue Medien geben wird.

Brückenschlag in Frankfurt am Main

Brückenschlag zwischen Alt und Neu (Bild: DAM Frankfurt)
Brückenschlag zwischen Alt und Neu (Foto: K. und E. Malorny, Bild: DAM Frankfurt)

Frankfurt blickt zurück auf eine lange Brückenbaugeschichte – 18 Verbindungen gibt es heute zwischen den Stadtteilen südlich und nördlich des Mains. Die jüngste Flussüberquerung schließt ein Ensemble aus Alt und Neu: Die Osthafenbrücke bildet mit der Honsellbrücke von 1912 nicht nur ein anspruchsvolles Bauvorhaben, sondern einen Brückenschlag zwischen den Jahrhunderten. Das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt (DAM) widmet die Ausstellung „Brückenschlag Ostend – Momentaufnahmen aus nächster Nähe“ vom 24. Mai bis zum 24. August 2014 diesem jüngsten Projekt.

In ästhetisch klaren, technisch orientierten Schwarzweiß-Fotografien bieten Elke und Klaus Malorny einmalige Einblicke in den Bau der neuen und die Sanierung der alten Brücke. Seit Dezember 2013 ist die 175 Meter lange, von Ferdinand Heide Architekten und der Grontmij GmbH entworfene Stahlkonstruktion öffentlich befahrbar. Die Fotografen dokumentierten in Frankfurt vor über 30 Jahren die Proteste gegen die Startbahn West und befassen sich seit den 1970er Jahren mit den Mainbrücken. Als Angehörige der Friedensbewegung setzten sie sich dafür ein, die Sprengkammern aus dem Zweiten Weltkrieg mit Beton zu befüllen.