Die Zukunft des 20. Jahrhunderts

Warum noch über die Architektur einzelner Räume streiten, wenn der Weltraum näher rückt? Es war die Zeit, als man einfach groß denken musste. In den Bildern und Diskussionen des inzwischen vergangenen Jahrhunderts ging es um nichts Geringes als die Zukunft. Ein Thema, das heute Gegenstand der historischen Forschung geworden ist – und dem die Ruhr-Universität Bochum eine ganze Konferenz widmet. Vom 11. bis zum 12. Juli 2014 drehen sich verschiedene Vorträge um die sich wandelnden Zukunftsvorstellungen des 20. Jahrunderts.

„Die Zukunft des 20. Jahrhunderts“ bildet ein Wissenschaftsprojekt, das über mehrerer Jahre und geistes- wie sozialwissenschaftliche Fachbereiche hinweg ein Ziel verfolgt: aktuelle Forschungen zu Aspekten, Räumen und Epochen der Historischen Zukunftsforschung des 20. Jahrhunderts zusammenzuführen und neue anzustoßen wird. Die Bochumer Konferenz bildet einen Baustein in diesem weitgespannten Netzwerk. Interessierte sind willkommen und werden gebeten, sich bis zum 9. Juli 2014 verbindlich anzumelden bei: Sekretariat Roxana Schönfeld, roxana.schoenfeld@rub.de. (kb, 28.6.14)

So hoffnungsvoll sah die Zukunft für das Jahr 1949 aus (Bild: H. Ellgaard)

Gestern die Stadt von morgen

Drei Orte, sechs Künstler und eine Frage: Wie leben wir heute mit den baulichen Utopien der 1960er und 1970er Jahre? Die Urbanen Künste Ruhr und das Netzwerk RuhrKunstMuseen finden hierauf bis zum 7. September 2014 eine ganz eigene Antwort. Gerade im Ruhrgebiet ist für die Ausstellungsmacher der Kontrast allgegenwärtig: die optimistische Geste moderner Betonarchitektur auf der einen, der Niedergang der Montanindustrie auf der anderen Seite.

Herausgegriffen werden drei schlagkräftige Beispiele modernen Bauens: das Rathaus von Marl (J. H. van den Broek/J. B. Bakema, 1967), das Forum (City Center) Mülheim (H. H. Lautz, 1974) und die Ruhr-Universität Bochum (Büro HPP, 1963-84). Mit diesen besonderen Orten setzen sich zeitgenössische Künstler durch Interventionen, Installationen, Ausstellungen oder Gesprächsrunden auseinander. Über die öffentlichen Führungen hinaus ermöglicht ein Booklet zum kostenfreien Download, die Stationen auf eigenen Faust zu erkunden. Und zu guter Letzt lädt das Skulpturenmuseum Marl am 7. September 2014 zur Finissage ein. (kb, 27.6.14)

Die Videoproduktion „gestern die stadt von morgen“ von Nico Joana Weber (Bild: N. J. Weber)

Neue Pläne für das Interconti Wien

Es war der Hauch von Weltläufigkeit, den das InterContinental 1964 nach Wien brachte. Das amerikanische Unternehmen beauftragte mit dem Großprojekt den örtlichen Architekten Carl Appel (1911-97). Eingeweiht 1964, entstand so ein funktionaler 12-geschossiger Riegel. Den Eisenbetonbau überzog Appel mit Tiroler Sandstein und mehrfarbigen Mosaikflächen. In der Folge gestaltete man das Hotelinnere mehrfach um.

Im Jahr 2012 wurde das InterContinental an das Immobilienunternehmen WertInvest verkauft, das auch Anteile am angrenzenden Gelände des Wiener Eislaufvereins hält. In einem längeren Diskussionsprozess einigte man sich, das Gelände als Ganzes zu erschließen. Nach einem Wettbewerb ging der Auftrag hierfür im Frühjahr 2014 an den brasilianischen Architekten Isay Weinfeld. Die jüngst vorgelegten Planungen sehen den Erhalt der Hotelscheibe vor, die jedoch – auch in ihrem äußeren Erscheinungsbild – tiefgreifend verändert würde: Überformung der Fassade, Abriss des sich rechtwinklig anschließenden Trakts u. a. (kb, 26.6.14)

In Wien wurde mit dem InterContinental 1963 das erste Hotel einer internationale Kette errichtet (Bild: InterContinental Wien)