Schauplatz Tatort

Es gibt nur zwei wahre Glaubensrichtungen: Die einen schauen am Sonntag Rosamunde Pilcher, die anderen wählen den Tatort. Nun gibt es einen Grund mehr, zu dieser ältesten Krimireihe im deutschen Fernsehen umzuschalten. Seit 1970 wurde die Sendung mehr als 850-mal ausgestrahlt. Jeden Sonntag sehen mehr als 8 Millionen Zuschauer zu. Und jedes Ermittler-Team setzt regelmäßig eine andere deutsche Großstadt oder Region in Szene.

Mit ihrem Buch „Schauplatz Tatort“ blicken die Autoren Udo Wachtveitl, Alexander Gutzmer, Guido Walter und Oliver Elser erstmals hinter die Kulissen auf die Film-Architektur der Serie. Durch Interviews mit unterschiedlichen Akteuren wie einem Regisseur, einem Designer und natürlich den Kommissaren erhält der Leser spannende Informationen rund um die Schauplätze und ihre architektonische Inszenierung. Und in vielen grafischen Übersichten kommt im Buch jede Krimi-Region zu ihrem Recht. (kb, 1.6.14)

Udo Wachtveitl u. a., Schauplatz Tatort. Die Architektur, der Film und der Tod, Verlag Callwey, 2013, gebunden, 192 Seiten, 29 x 26 cm, ISBN 978-3766720528.

Damit lässt sich die Zeit bis zum nächsten Tatort gut überbrücken (Bild: Callwey-Verlag)

100 Jahre Stadtpark Hannover

Im Stadtpark Hannover fand 1951 die erste Bundesgartenschau (Buga) statt, deren Gestaltung kein Geringerer als der Architekt Peter Hübotter übernahm. Doch reicht die Geschichte der Grünanlage, die damals noch Stadthallengarten hieß, weiter zurück. Vor hundert Jahren wurde die Grünanlage im Stadtteil Zoo angelegt, die 1933 zum Ort der „Jahresschau Deutscher Gartenkultur“ (Jadega) wurde. Im Krieg hatte nicht nur der Park, sondern auch die Stadthalle stark gelitten, die heute als Kongresszentrum dient. Seit 1966 erinnert zudem ein japanischer Garten mit Teehaus an die Städtepartnerschaft mit Hiroshima.

Die Stadt Hannover richtet ein umfangreiches Jubiläumsprogramm aus: Kostenlose Park-Spaziergänge werden am 31. Mai, 28. Juni, 30. August und 27. September 2014 jeweils um 15 Uhr angeboten. Für eine Vortragsreihe werden Experten ins Rosencafé eingeladen – u. a. spricht Joachim Wolschke-Bumahn am 5. Juni um 18 Uhr über die Jadega und Buga. Eine reich bebilderte Broschüre informiert, auch als Download, über die wechselvolle Geschichte der Grünanlage. Noch bis zum 31. Oktober ist im Stadtpark eine Ausstellung mit 24 Tafeln zu sehen, der Eintritt ist frei. (kb, 31.5.14)

Seit der ersten Bundesgartenschau von 1951 gilt der Stadtpark Hannover als überzeugendes Denkmal der Nachkriegsmoderne (Bild: Bundesarchiv)

Sep Ruf. Leben und Werk

Es war höchste Zeit, dass der Architekt des Bonner Kanzlerbungalows ein umfassendes Werkverzeichnis bekommt. Im Deutschen Kunstverlag hat die Architekturhistorikerin Irene Meissner mit ihrer Publikation „Sep Ruf. 1908-1082. Leben und Werk“ diese verdienstvolle Aufgabe übernommen. Schon 2008 hatte Meissner am Ruf-Ausstellungskatalog der Münchener Pinakothek der Moderne im Prestel-Verlag mitgewirkt. Nun konnte sie mit ihrer Publikation, zugleich ihre Dissertation an der TU München, erstmals das Gesamtwerk dieses bedeutenden Architekten der deutschen Nachkriegsmoderne darstellen und einordnen.

Sep Ruf gestaltete nicht nur mit Egon Eiermann den Deutschen Pavillon der Weltausstellung in Brüssel (1958). Einen Namen machte sich Ruf vor allem durch seine ebenso filigranen wie gemäßigt modernen Baukunstwerke – von der Neuen Maxburg (1956, mit Theo Pabst) in München über die Kirche St. Johannes von Capistran (1960) in München-Bogenhausen bis hin zum Bonner Kanzlerbungalow (1966). Lange unbeachtet blieben seine Stadtplanungs- und Beratungsprojekte, mit denen er die Nachkriegsgestalt von Städten wie Fulda entscheidend prägte. (kb, 30.5.14)

Irene Meissner, Sep Ruf. 1908-1982. Leben und Werk, Deutscher Kunstverlag, 2013, 515 Seiten, gebunden, 132 Farb- und 382 Schwarzweiß-Abbildungen, 28 x 21 cm, ISBN 978-3-422-07192-6.

Irene Meissner stellte erstmals ein umfassendes Werkverzeichnis zum bayerischen Architekten Sep Ruf zusammen (Bild: Deutscher Kunstverlag)