Veranstaltungen

Elbingerode/Harz, Kirche des Diakonissen-Mutterhauses (Bild: kirchbautag.de)

Aufgeschlossen in Mitteldeutschland

200 Kirchenmitglieder pro Kirchenbau, mit diesem Zahlenverhältnis müssen die Gemeinden in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) personell und finanziell zurechtkommen. In der Ankündigung zum 29. Evangelische Kirchbautag, der vom 19. bis 22. September 2019 in Erfurt stattfinden wird, nennt die Landeskirche ihre Bauten dennoch (oder gerade deswegen) einen Schatz: „Es sind schöne und wertvolle Kirchen, die überwiegend unter Denkmalschutz stehen.“ Doch mindestens ein Viertel dieser Kirchen wird aktuell nicht mehr für Gottesdienste genutzt.

Daher hat es sich der Kirchbautag – veranstaltet von der EKM und vom Kirchbauinstitut in Marburg – zur Aufgabe gesetzt, für die Öffnung dieser Kirchen zu werben. Denn nur eine genutzte Kirche kann der Öffentlichkeit zugute kommen. Unter dem Motto „Aufgeschlossen“ warten auf die Besucher der Fachtagung daher vier Tage volles Programm: von rahmenden Gottesdiensten über Exkursionen bis hin zu thematischen Vorträgen und Workshops. So wird z. B. das Projekt „Querdenker“ vorgestellt, mit dem auf der Internationalen Bauausstellung 500 Ideen für 500 Kirchen gesammelt wurden. Das vollständige Programm ist online einsehbar, hier ist auch die Anmeldung zur Veranstaltung möglich. (kb, 28.4.19)

Elbingerode/Harz, Kirche des Diakonissen-Mutterhauses (Bild: kirchbautag.de)

Motiv der Vortragsankündigung: Dr. Bert Hoppe, Architekturgeschichte Berlins (Bild: Copyright Architekturmuseum TU Berlin)

Spaziergang durch 800 Jahre Berlin

Dass die Berliner Architekturgeschichte, im wahrsten Sinne des Wortes, ein heißes Pflaster ist, wissen wir. Doch wann genau war nochmal Schinkel und was genau ist jetzt eigentlich modern? Für all diejenigen, die das noch einmal nachlesen möchten, erscheint im Mai das Buch „Architekturgeschichte Berlins“ von Dr. Bert Hoppe, im Elsengold Verlag. Das Werk ist ein Spaziergang durch 800 Jahre Architektur- und damit auch Kulturgeschichte von Spree-Athen. Gezeigt sind natürlich die Klassiker, bekannte Landmarken und städtebauliche Meilensteine, aber auch längst Vergessenes wird wieder an die Oberfläche gebracht.

Dort wo der Berliner seit jeher seinen Wissensdurst stillt, an der Urania, gastiert Dr. Hoppe am 30. April 2019 um 15:30 Uhr mit dem Vortrag „Architekturgeschichte Berlins, Code einer Großstadt“. Anhand von interessanten Fragestellungen, wieso etwa moderne Architektur diktaturkompatibel war oder was das revolutionäre an Schinkels „Altem Museum“ war, wird sich der Publizist auch hier der spannenden Historie der Hauptstadt nähern. Eine Erkenntnis teilt er schon vorab: Architektur ist immer Politik. (jm, 17.4.19)

Motiv der Vortragsankündigung: Dr. Bert Hoppe, Architekturgeschichte Berlins (Bild: Copyright Architekturmuseum TU Berlin)


Hamburg, Elbtunnel, Oströhre (Bild: Heidas, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2004)

Elbtunnel in neuem Glanz

Seit 1911 Jahren können die Hamburger ihren Fluss unterirdisch passieren. Möglich machts der St. Pauli Elbtunnel, der bei seiner Eröffnung vor 108 Jahren zu Recht als technisches Meisterstück gefeiert wurde. Die Idee zur Untertunnelung reicht allerdings bis ins 19. Jahrhundert zurück. Grund war das stetige Wachstum des Hafens und der Werften südlich des Flusses. Einzige Möglichkeit für tausende Werft- und Hafenarbeiter dorthin zu gelangen waren die nicht immer ganz wetterfesten Fähren. Eine neue Lösung musste her – wie so oft schauten die Hanseaten nach England und Übersee, wo bereits einige Beispiele der Flussunterquerung in die Realität umgesetzt wurden.

Zuletzt zeigten sich die beiden Röhren allerdings renovierungsbedürftig. Der Osttunnel wurde nun acht Jahre lang – doppelt so lang als die ursprüngliche Bauzeit – denkmalgerecht saniert. Nach der Wiedereröffnung, am 26. April 2019, wird für Interessierte und Tunnelbegeisterte die Ausstellung zur Geschichte des Elbtunnels für einen Monat direkt dort einziehen. Einen Monat später wird ein 144-köpfiges Orchester die eigens komponierte „TunnelSymphonie“ zu Gehör bringen und so dem neuen alten Tunnel einen ganz besonderen Klang verleihen. (jm, 25.4.19)

Hamburg, Elbtunnel, Oströhre (Bild: Heidas, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2004)

Israel und das Rheinland und Neue Bauen

Spätestens seit die Weiße Stadt 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde, reißen die Ausstellungen und Bildbände zum Thema nicht ab. Zum Bauhaus-Jahr rückt nun ein besonderer Aspekt dieser deutsch-istaelischen Geschichte in den Mittelpunkt: Die Architekten Josef Rings (1878–1957) und Erich Mendelsohn (1887–1953) stehen beispielhaft für die deutsche Architekturmoderne. Beide setzten ihr Wirken im (unfreiwilligen) Exil in Palästina mit renommierten Projekten fort.

Die Ausstellung „Neues Bauen im Rheinland und in Palästina – Erez Israel: Josef Rings und Erich Mendelsohn“ ist im Gewölbe des NS-Dokumentationszentrums (NS DOK) Köln vom 17. Mai bis zum 14. Juli 2019 zu sehen. Die Ausstellung zeigt einige der Bauten der beiden Architekten im Deutschen Reich – insbesondere im Rheinland und im Ruhrgebiet – sowie ihr Wirken im damaligen Mandatsgebiet Palästina. Das Projekt wurde kuratiert von Dr. Micha Gross (Tel Aviv) und Dr. Ines Sonder (Potsdam). Ausstellung und Katalog bilden das Ergebnis einer Kooperation des Bauhaus Centers Tel Aviv, der Alten Synagoge Essen und des Moses Mendelssohn Zentrums Potsdam. Zum Begleitprogramm gehören z. B. Öffentliche Führungen (20. Mai 2019, 17 Uhr, 5. Juli 2019, 15 Uhr, 14. Juli 2019, 14 Uhr). (kb, 21.4.19)

„Neues Bauen im Rheinland und in Palästina – Erez Israel: Josef Rings und Erich Mendelsohn“ (Bild: NS DOK Köln, Titelmotiv der Ausstellung)

"When the others" (Foto: Christoph Liepach)

Als Dauerleihgabe ins Museum

Es ist uns eine Freude und ein Vergnügen, Neues zu einem künstlerischen Projekt berichten zu können, das moderneREGIONAL – angefixt durch die eigenene märklinMODERNE-Wanderausstellung – seit dem vergangenen Jahr begleiten und unterstützen durfte: In der Kindheit des Künstlers Christoph Liepach gab es die Platte in der Platte, denn immer zur Advents- und Weihnachtszeit wurde das Puppenhaus seiner Mutter aufgebaut. Ein Fabrikat des Olbernhauer Spielzeugherstellers VEB Vero, der bemerkenswert moderne Bungalows im Programm hatte. Nun verewigt Liepach diese Erinnerung in seiner Fotoserie „Wenn die Anderen“ als illusionistischen Blick in die Miniatur-Räume seiner Kindheit.

Im vergangenen Jahr erwarb Liepach zusätzliche Vero-Puppenhäuser. Er fotografierte und präsentierte die Objekte anschließend virtuell. Nun wird seine kleine Sammlung als Dauerleihgabe in das N’OSTALGIE-Museum Leipzig (Nikolaistraße 28-32) aufgenommen. Die Vernissage wird am 4. Mai 2019 um 15 Uhr begangen. Im dortigen Museumsshop sind die passenden Fotomotive in verschiedenen Formaten erhältlich. (kb, 20.4.19)

„When the others“ (Foto: Christoph Liepach)

Kassel, Treppenstraße (Bild: historische Postkarte)

Treppen, Straßen, Grün

Es geht um die „grüne Nachkriegsmoderne“, die öffentlichen Räume der 1950er bis 1970er Jahre. Am 18. Mai 2019 will die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen (LfDH) mit der Tagung „Ungeliebte Moderne? Über das Verschwinden des öffentlichen Raums und städtischen Grüns aus der Zeit der Nachkriegsmoderne am Beispiel Treppenstraße Kassel“ für dieses Thema sensibilisieren. Und wo wäre diese Tagung besser aufgehoben als in der Wiederaufbaustadt Kassel mit ihrer berühmten Treppenstraße.

Neben Fachvorträgen zur Planungsgeschichte der Treppenstraße soll diese vor Ort besichtigt werden. Anschließend werden Best-Practice-Beispiele für städtebauliche Denkmalpflege und Gartendenkmalpflege vorgestellt und eine Diskussion zum Thema „Bestand braucht Haltung zwischen erhaltenswerter Bausubstanz und einer Charta für Baukultur“ geführt. Für die Tagung konnten an Referenten gewonnen werden: Dr. Markus Harzenetter (Präsident LfDH), Fiona Laudamus (Landschaftsarchitektin, Büro HORTEC, Berlin), Christof Nolda (Stadtbaurat, Bündnis 90/Die Grünen, Stadt Kassel), Prof. Martin Schmitz, Lucius & Annemarie Burckhardt (Professur, Kunsthochschule Kassel), Dr. Rena Wandel-Hoefer (Architektin, Baudezernentin a. D. Stadt Saarbrücken, Gestaltungs- und Denkmalbeirat Stadt Wiesbaden) u. v. m. Die Tagung findet statt am 18. Mai von 10.30 Uhr bis 16 Uhr im Jugendamt Stadt Kassel (Scheidemannplatz 1). Es wird eine Teilnahmegebühr erhoben, Anmeldungen sind bis zum 10. Mai möglich unter: www.akh.de. (kb, 18.4.19)

Kassel, Treppenstraße (Bild: historische Postkarte)