Trauma und Utopia

Nicht nur für West- und Osteuropa, auch für Japan und den asiatischen Raum bedeutete das Jahr 1945 einen tiefgreifenden Einschnitt. Welche Auswirkungen hier das Kriegsende auf die Künste hatte, fragt das Internationale Symposion „Trauma and Utopia. Interactions in post-war and contemporary Art in Asia“, welches das Tate Research Centre: Asia-Pacific/London und das Mori Art Museum/Tokio vom 9. bis zum 10. Oktober 2014 in Tokio ausrichten. Das Symposion wird über die bildende Kunst hinaus ausdrücklich für die Themenfelder Architektur, Mode, Design und Stadtplanung geöffnet.

Die Veranstalter rufen nun zu Vorschlägen in den folgenden Schwerpunkten auf: Die urbane Umwelt (Stadt, Natur, Utopie), der menschliche Körper (Performance und Design), Japan in Asien und in der Welt (Konflikt, Kollaboration und pan-asiatische Beiträge). Vorschläge für 20-minütige Papers können als englischsprachiger Abstract von 250 Worten bzw. 500 Buchstaben in Japanisch bis zum 16. Mai 2014 gesendet werden an: trc.asiapacific@tate.org.uk und pp@mori.art.museum. Ausgewählte Redner würden dann gebeten, ihren vollständigen Text auf Englisch/Japanisch bis zum 9. September 2014 einzureichen. Beim Symposion können die Beiträge in Englisch oder Japanisch gehalten werden. (12.5.14)

Kenzo Tange, hier eines seiner frühen Häuser von 1953, gilt als Erneuerer der japanischen Nachkriegsarchitektur (Bild: Shinkentiku 30, 1955)

Ägyptenrezeption in der Moderne

Es waren die fremden Farben, Klänge und Gerüche Ägyptens, die deutsche Künstler im frühen 20. Jahrhundert nachhaltig beeindruckten und beeinflussten. Im Rahmen der aktuellen Dresdener Ausstellung „Nach Ägypten! Die Reisen von Max Slevogt und Paul Klee“ findet vom 22. auf den 23. Mai 2014 im dortigen Residenzschloss das Kolloquium „Imagination und Anschauung“ statt. Die beiden Veranstalter – die Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Technische Universität Dresden – widmen sich dem Thema der Ägyptenreisen und -rezeption in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 1914 reiste der Impressionist Max Slevogt (1868-1932) nach Ägypten, von 1928 bis 1929 zog es den Bauhauskünstler Paul Klee (1879-1940) in den Orient. Beide verarbeiteten ihre Eindrücke nicht nur direkt vor Ort, sondern auch noch Jahre später in ihrem Werk. Das Dresdener Symposion blickt über den Einfluss des Orients auf die moderne Malerei hinaus. Verschiedene Vorträge umreißen ebenso, wie Ägypten im frühen 20. Jahrhundert von der Archäologie, Werbung, Bildhauerei und Dichtung aufgenommen wurde. Begleitend zur Ausstellung der Galerie Neue Meister, noch bis zum 3. August 2014 im Dresdener Albertinum zu bewundern, sind im Sandstein-Verlag gleich zwei reich bebilderte Kataloge erschienen – zu jedem Maler ein eigener. (11.5.14)

Max Slevogt hielt mit dem Gemälde „Seeräuber“ 1914 ein Motiv seiner Ägyptenreise fest (Bild: Staatliche Kunstsammlungen Dresden)

Bildquellen zur DDR

Die Zeiten, in denen Fotografie als objektives Medium galt, sind lange vorbei. Zu subjektiv ist die Wahl von Motiv, Hintergrund und Bildausschnitt – gerade im politisch hoch aufgeladenen Alltag der DDR. Seit Beginn der 1990er Jahre haben sich zahlreiche Fachbereiche für das Bild als Quelle geöffnet. Unter dem Titel „Bildquellen und ihre Nutzung in der Forschung über die DDR“ richtet die „Arbeitsgruppe Kultur- und Sozialgeschichte der DDR in transnationaler Perspektive“ daher am 21. Juni 2014 an der Research Academy Leipzig einen Methodenworkshop aus. Es ist bereits der zweite Doktorandenworkshop der interdisziplinären Arbeitsgruppe, der dieses Mal Bilder als eigenständige Medien und visuelle Diskurse untersucht.

Um die vielfältigen Methoden der Bildquellenforschung praxisnah zu erfassen, will der Leipziger Workshop ausgewählte Dissertationsprojekte einladen, die sich anhand von Bildern mit der Geschichte staatssozialistischer Gesellschaften in Europa auseinandersetzen. Die Teilnehmer sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Projekte und Bildquellen vorzustellen sowie über konkrete Probleme zu berichten. Interessierte senden bitte bis zum 1. Juni 2014 einen Abstract (max. 600 Worte) samt Ihrer Kontaktangaben an christian.rau@uni-leipzig.de. Der Abstract soll eine Projektskizze, die Begründung für die Teilnahme und Diskussionsfragen für den Workshop umfassen. (9.5.14)

Im Bezirk Leipzig werden FDJ-Studenten 1978 als Erntehelfer abgelichtet (Bild: Bundesarchiv, CC BY SA 3.0)