50 Jahre Märkisches Viertel

Zum 50. gab es ein neues Logo, eine Homepage und Straßenfeste. Die erste Westberliner Großwohnsiedlung der Nachkriegszeit ist inzwischen mehr als erwachsen geworden. Errichtet wurde die Satellitenstadt von 1963 bis 1974, geplant von rund 35 Architekten – darunter Namen wie Werner Düttmann oder Oswald Mathias Ungers. Als die ersten Bewohner 1964 einzogen, waren sie stolz auf ihre neue moderne Wohnung. In den folgenden Jahren kippte das Image des Märkischen Viertels hin zum sozialen Brennpunkt. Erst rund um das 40. Jubiläum wurden die Qualitäten des Quartiers wiederentdeckt.

Heute schätzen die Berliner wieder die gute Infrastruktur – vom Einkaufs- bis zum Kirchenzentrum – und vielfältigen Grün- und Wasserflächen im Märkischen Viertel. Und das 50. Jubiläum des Erstbezugs nimmt die Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU zum Anlass, dem Image ihrer Häuser einen frischen Anstrich zu verpassen. Das bunte „Viertel“ im Kreis steht für die Vielfalt der Kulturen und Bewohner. Ein Reichtum, der diesen Sommer weiter mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert und bekannt gemacht werden soll. (kb, 7.6.14)

Im Sommer 1964 zogen die ersten Bewohner in das neue Berliner Märkische Viertel (Bild: Gesobau)

Mobilität im postfossilen Zeitalter

Die Frage nach alternativer Mobilität ist vor dem Hintergrund des absehbaren postfossilen Zeitalters seit einigen Jahren Gegenstand städtebaulicher Debatten. Längst ist die autogerechte Stadt nicht mehr das Maß aller Dinge, alternative Konzepte prägen bereits den Alltag mancher modernen Metropole. Carsharing, ÖPNV oder Fahrrad gelten hier nicht nur als zukunftsweisend, sondern sind auch Teil einer eigenen urbanen Mentalität.

Komplexer ist die Situation auf dem Land. Hier scheint das tägliche Pendeln mit dem eigenen Auto für viele Menschen weitgehend alternativlos. Wie kann der Übergang in das postfossile Zeitalter in ländlich geprägten Gegenden vonstattengehen? Inwiefern lassen sich urbane Mobilitätskonzepte übertragen? Das Bauhaus Dessau widmet diesen Fragen unter dem Titel „Aktive Mobilitätskultur jenseits der Metropolen“ vom 27. bis zum 28. Juni 2014 eine eigene Tagung. Dabei werden einerseits Experten für Mobilität in dünn besiedelten Regionen zu Wort kommen, andererseits ihre Modelle in einem Mobilitätslabor auf Alltagstauglichkeit für die Region Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg geprüft. Die Teilnahme ist kostenlos, anmelden kann man sich unter aktivemobilitaet@bauhaus-dessau.de. (jr, 5.6.14)

Alternative Mobilität am Bauhaus Dessau (Foto: Yvonne Tenschert)

100 Jahre Stadtpark Hannover

Im Stadtpark Hannover fand 1951 die erste Bundesgartenschau (Buga) statt, deren Gestaltung kein Geringerer als der Architekt Peter Hübotter übernahm. Doch reicht die Geschichte der Grünanlage, die damals noch Stadthallengarten hieß, weiter zurück. Vor hundert Jahren wurde die Grünanlage im Stadtteil Zoo angelegt, die 1933 zum Ort der „Jahresschau Deutscher Gartenkultur“ (Jadega) wurde. Im Krieg hatte nicht nur der Park, sondern auch die Stadthalle stark gelitten, die heute als Kongresszentrum dient. Seit 1966 erinnert zudem ein japanischer Garten mit Teehaus an die Städtepartnerschaft mit Hiroshima.

Die Stadt Hannover richtet ein umfangreiches Jubiläumsprogramm aus: Kostenlose Park-Spaziergänge werden am 31. Mai, 28. Juni, 30. August und 27. September 2014 jeweils um 15 Uhr angeboten. Für eine Vortragsreihe werden Experten ins Rosencafé eingeladen – u. a. spricht Joachim Wolschke-Bumahn am 5. Juni um 18 Uhr über die Jadega und Buga. Eine reich bebilderte Broschüre informiert, auch als Download, über die wechselvolle Geschichte der Grünanlage. Noch bis zum 31. Oktober ist im Stadtpark eine Ausstellung mit 24 Tafeln zu sehen, der Eintritt ist frei. (kb, 31.5.14)

Seit der ersten Bundesgartenschau von 1951 gilt der Stadtpark Hannover als überzeugendes Denkmal der Nachkriegsmoderne (Bild: Bundesarchiv)