Hoffnung für Gloria in Weißenfels?

In diesem Frühjahr konnte moderneREGIONAL – mit der Autorin Sarah Huke und der Fotografin Francesca Richter – seit Jahren den ersten Blick in das leerstehende Gloria in Weißenfels werfen. Nun lud das Landesverwaltungsamt als Obere Denkmalschutzbehörde am 23. Mai 2014 zur Exkursion nach Weißenfels. Mit der Reihe „In liebevolle Hände abzugeben“ präsentiert das Land chancenreiche Baudenkmale, die einen neuen Käufer suchen. Oberbürgermeister Robby Risch und der Präsident des Landesverwaltungsamts Thomas Pleye öffneten – unter großem Interesse von Presse und Einheimischen – neben anderen historischen Bauten u. a. auch das Lichtspieltheater Gloria.

Das Gloria wurde 1928 vom Erfurter Architekten Carl Fugmann im aufstrebenden Weißenfels errichtet. Durch die innovative Eisenkonstruktion zog schon die Baustelle zahlreiche Schaulustige an. Über Jahre bot das Lichtspieltheater mit der großstädtischen Geste Kulturgenuss für jeden Geldbeutel. Nach der Wende schlug eine Umnutzung zum Tanzpalast fehl, die Investoren blieben unerreichbar. Erst seit wenigen Wochen ist für das Objekt – auf Initiative der Stadt Weißenfels – wieder ein Insolvenzverwalter ansprechbar. Ein Käufer wird gesucht … (22.5.14)

Das Lichtspieltheater Gloria in Weißenfels, eingeweiht 1928, steht seit Jahren leer (Bild: F. Richter, Weißenfels)

Meisterhäuser wiedereröffnet

Die noch aufrechtstehenden Meistervillen des Dessauer Bauhauses wurden bereits vor Jahren restauriert. Jetzt sind auch die 1945 weitgehend zerstörten Häuser für Walter Gropius und László Moholy-Nagy wiederauferstanden – als „unscharfe“ Rekonstruktion, wie es das ausführende Büro Bruno Fioretti Marquez beschreibt: Eine gegossene Betonhülle mit eingelassen Senkgläsern umgibt ein plastisches hölzernes Inneres, das die originale Raumgliederung anreißt. Diese Spannung zwischen massiver Schale und leichtem Kern, die Olaf Nicolai gestaltete, kann der Betrachter zum ursprünglichen Bild des jeweiligen Hauses weiterdenken.

Mit einer dreitägigen Eröffnungsfeier begeht nun die Stadt Dessau vom 16. bis 18. Mai 2014 die Wiedereröffnung der Häuser. Zum zentralen Festakt werden Bundespräsident Joachim Gauck und Nachfahren der Bauhaus-Künstler erwartet. Themenbezogene Führungen durch die Siedlung und ein kulturelles Bühnenprogramm bilden den Rahmen. Parallel wird im Bauhausgebäude die Ausstellung „Dessau 1945: Moderne zerstört“ mit Fotografien von Henri Cartier-Bresson zu sehen sein. Die Schau zeigt vom 15. Mai bis zum 7. September 2014 die Entwicklung der Stadt von der nationalsozialistischen Machtübernahme bis zu ihrer Zerstörung. (14.5.14)

Neue Meisterhäuser in Dessau (Bild: Bauhaus Dessau)

Trauma und Utopia

Nicht nur für West- und Osteuropa, auch für Japan und den asiatischen Raum bedeutete das Jahr 1945 einen tiefgreifenden Einschnitt. Welche Auswirkungen hier das Kriegsende auf die Künste hatte, fragt das Internationale Symposion „Trauma and Utopia. Interactions in post-war and contemporary Art in Asia“, welches das Tate Research Centre: Asia-Pacific/London und das Mori Art Museum/Tokio vom 9. bis zum 10. Oktober 2014 in Tokio ausrichten. Das Symposion wird über die bildende Kunst hinaus ausdrücklich für die Themenfelder Architektur, Mode, Design und Stadtplanung geöffnet.

Die Veranstalter rufen nun zu Vorschlägen in den folgenden Schwerpunkten auf: Die urbane Umwelt (Stadt, Natur, Utopie), der menschliche Körper (Performance und Design), Japan in Asien und in der Welt (Konflikt, Kollaboration und pan-asiatische Beiträge). Vorschläge für 20-minütige Papers können als englischsprachiger Abstract von 250 Worten bzw. 500 Buchstaben in Japanisch bis zum 16. Mai 2014 gesendet werden an: trc.asiapacific@tate.org.uk und pp@mori.art.museum. Ausgewählte Redner würden dann gebeten, ihren vollständigen Text auf Englisch/Japanisch bis zum 9. September 2014 einzureichen. Beim Symposion können die Beiträge in Englisch oder Japanisch gehalten werden. (12.5.14)

Kenzo Tange, hier eines seiner frühen Häuser von 1953, gilt als Erneuerer der japanischen Nachkriegsarchitektur (Bild: Shinkentiku 30, 1955)