Hannover: Geld für die Matthäuskirche

Hannover: Geld für die Matthäuskirche

Hannover-List, Matthäuskirche (Bild: Losch, CC BY SA 3.0)
Die 1906 eingeweihte neugotische Matthäuskirche wurde im Krieg teilzerstört und 1972 um einen modernen Saalbau ergänzt (Bild: Losch, CC BY SA 3.0)

In diesen Tagen erhält die Matthäuskirche in Hannover-List eine gute Nachricht – genauer gesagt, einen Bewilligungsbescheid. Es geht um Bundesmittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm-IV der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Gefördert wird die denkmalgerechte Sanierung der Außenfassaden der Matthäuskirche, deren Saalbau das Architektenpaar Klaus und Gudrun Vogel 1971 bis 1972 gestaltete.

Für die Maßnahme wurde eine eigene „materialtechnologische und ästhetischen Restaurierungskonzeption“ entwickelt. Denn die einzigartigen, steinmetzmäßig bearbeiteten Außenfassaden der Kirche bestehen aus einem besonderen Stahlbeton: Leichtbeton mit Zuschlägen aus Blähschiefer, granulierter Hochofenschlacke und Hüttensand. Sie sollen konserviert, restauriert und, wo nötig, mit geeigneter Ersatzmassen wiederhergestellt werden. In der Folge setzt man auch die schlitzartigen Fenster instand. Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei 620.000 Euro. Davon entfallen 100.000 Euro auf den Bund, 125.000 Euro auf das Land und 395.000 Euro auf die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers. Den Bewilligungsbescheid wird Kerstin Tack MdB am 4. März um 15.00 Uhr in die Matthäuskirche (Wöhlerstr. 13 (Nähe Moltkeplatz), 30163 Hannover-List) feierlich übergeben. Es sprechen Pastorin Henrike Müller im Namen der Gemeinde sowie Dr. Reiner Zittlau als Abteilungsleiter Bau- und Kunstdenkmalpflege am Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. (kb, 25.2.16)

Künstler und Kirche im Dritten Reich

Künstler und Kirche im Dritten Reich

Hamburg-Wellingsbüttel, Lutherkirche (Bild: Dirtsc, CC BY SA 3.0)
Die Lutherkirche in Hamburg-Wellingsbüttel (1937, Hopp und Jäger) zeigt in ihren Gefachen „germanische Symbole“ (Bild: Dirtsc, CC BY SA 3.0)

Kunstwerke, die im „Dritten Reich“ entstanden sind, befinden sich auch in den Kirchen der hannoverschen Landeskirche. Diese Werke sind bis heute nur unzureichend untersucht und gedeutet worden. Dieser vernachlässigten Aufgabe nimmt sich die Tagung „Künstler und Kirche im ‚Dritten Reich‘ – Mitgestalter oder Mitläufer?“ an. Die Evangelische Akademie Loccum, die Hanns-Lilje-Stiftung und das Kunstreferat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers veranstalten die Konferenz in Hannover (Hanns-Lilje-Haus, Knochenhauerstraße 33, 30159 Hannover) am 14. März 2016.

Als Ausgangspunkt dient das Werk des niedersächsischen Künstlers Erich Klahn. Um die Deutung seines Werks entzündete sich eine bemerkenswerte Streitgeschichte. Die wiederum veranlasste die hannoversche Landeskirche dazu, angeregt und gefördert durch die Hanns-Lilje-Stiftung, ein Gutachten in Auftrag zu geben. Vor dem Hintergrund dieser Streitgeschichte und der Publikation des Gutachtens geht die Tagung der übergeordneten Frage nach, wie kirchliche Kunst im Dritten Reich überhaupt einzuordnen ist. Die Referate drehen sich um Themen wie „Kirchenpolitische Strömungen vor und während des ‚Dritten Reichs'“, „Die künstlerische Gestaltung von Kirchen in der Zeit des Nationalsozialismus“ oder  „Kirchen und ihre Ausstattung im 3. Reich in der hannoverschen Landeskirche“, um Beispiele aus Pommern oder Lübeck. (kb, 9.2.16)

Fluch und Segen?

Die Situation ist nicht neu, aber sie spitzt sich zu: Immer mehr – vor allem moderne – Kirchenbauten werden geschlossen, umgenutzt oder abgerissen. In NRW sollen von den rund 6.000 Räume in den nächsten Jahren rund 30 Prozent leerstehen (Jörg Beste, Synergon 2018). Daher zeigt das Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW (M:AI) die Ausstellung „Fluch oder Segen? Kirchen der Moderne“. Ausstellungsort ist St. Gertrud in Köln: Die 1965 geweihte Sichtbetonkirche des Architekten Gottfried Böhm wird seit 2010 auch für Ausstellungen und Installationen genutzt. Mit Projektionen inszeniert „Fluch oder Segen?“ den Raum und erläutert seine Hintergründe.

Im zweiten Teil der Ausstellung sollen aktuelle Projekte die baulichen wie inhaltlichen Verschiebungen durch eine neue Neunutzung vermitteln. Ausstellungspartner ist „Zukunft.Kirchen.Räume“ von StadtBauKultur NRW, das innovative Kirchennutzungen bündeln und Gemeinden im Umbruch unterstützen will. Die Ausstellungseröffnung wird gefeiert am 8. September 2019 um 15 Uhr. Im Anschluss ist die Ausstellung, die von Ursula Kleefisch-Jobst, Peter Köddermann und Karen Jung kuratiert wurde, bis zum 10. November 2019 zu sehen in St. Gertrud (Krefelder Straße 57, 50670 Köln). (kb, 28.6.19)

Köln, St. Gertrud (Foto: © Michael Rasche)

Karte bedrohter (hellgrün), geschlossener (schwarz), abgegebener (violett), umgenutzter (dunkelgrün) und abgerissener (rot) Kirchenbauten des Historismus und der Moderne in NRW (Auszug der moderneREGIONAL-Karte „invisibilis“)