Tipps zum TofD 2018

Rostock, Messehalle (Bild: Müther-Archiv)

Tipps zum TofD: Rostock für Spontane

Sie sitzen an der Ostsee und langweilen sich? Das muss nicht sein! Morgen zeigt sich die Hansestadt Rostock zum Tag des offenen Denkmals mit mehreren Stadttteilrundgängen/-fahrten von ihrer ostmodernen Seite: Um 14.30 Uhr (Treffpunkt: Parkplatz Güstrower Str. 9) gibt es beim Rundgang in Lichtenhagen zu sehen (in dieser Reihenfolge): die Hausgiebelgestaltung „Sonnenblumen“ von Reinhard Dietrich am Hochaus in der Mecklenburger Allee 19, in Lichtenhäger Brink  den „geschützten Hauptgrünraum“ (allein für diesen schönen Begriff sollten Sie hinfahren!) im Wohngebiet Lichtenhagen, die Plastik „Handschuhanziehende“ (Fritz Cremer, 1961), die Bronzeplastik „Der Friede bewahrt das Leben“ (Bernd Goebel, 1980) und die Bronzeplastik „Liegender Knabe“ (Wilfried Fitzenreiter, 1979).

Um 16 Uhr (Treffpunkt: Treffpunkt Rundgang: Rückseite „Am Scharren“ (B.-Brecht-Str. 23)) können Sie teilnehmen am Stadtteilrundgang Evershagen mit Peter Baumbach. Erklärt werden u. a. drei Klinkergiebel (die anderen drei sind auf der Rundfahrt zu sehen) sowie (Treffpunkt) das Wandbild „Von der Verantwortung des Menschen“ (Ronald Paris, 1976). Um 16.30 Uhr (Treffpunkt: Haltestelle Thomas-Morus-Straße, Ecke B.-Brecht-Str. 21) startet die Stadtteilrundfahrt mit historischen Bussen (deren Bauart damals in der Region im Linienverkehr unterwegs war) zur früheren Ostseemesse (Hyperschalenbau von Ulrich Müther) sowie eventuell auch nach Lütten Klein, begleitet von einer Mitarbeitern des Müther-Archiv der Hochschule Wismar. Informationen finden Sie online hier. (kb, 8.9.18)

Rostock, Messehalle (Bild: Müther Archiv)

Telefon "Modell Frankfurt" von Fuld & Co, ausgestellt im Frankfurter Ernst-May-Haus (Bild: Christos Vittoratos, CC BY SA 3.0, 2011)

Tipps zum TofD: Moderne in der Mitte

Zum TofD brauchen Sie ein schnelles Auto, eine Klon-Maschine oder hohe Entschlussfreude – hier sind unsere Tipps für die Mitte der Republik: Im Frankfurter Ernst-May-Haus (Im Burgfeld 136, Frankfurt-Heddernheim) von 1927 werden die Ursprünge des sozialen Wohnungsbaus anhand originaler Ausstattungsstücke sichtbar. Am 9. September ist das Haus von 12 bis 17 Uhr geöffnet, eine Führung findet um 15.30 Uhr statt (Kontakt: Christina Treutlein, Ernst-May-Gesellschaft e. V., 069 15343883, post@ernst-may-gesellschaft.de). In Hannover zeigt sich die Nachkriegsmoderne von ihrer eleganten Seite: Das Arne-Jacobsen-Foyer (Herrenhäuser Straße 3 a, Hannover-Herrenhausen) wurde 1966 zum 300-jährigen Bestehen des Großen Gartens von Arne Jacobsen gestaltet und eingerichtet. Am 9. September ist der Bau von 11 bis 18 Uhr geöffnet, Führungen gibt es um 14, 15 und 16 Uhr (Kontakt: Olaf Höfer, Landeshauptstadt Hannover, Herrenhäuser Gärten, 0511 16846356, olaf.hoefer@hannover-stadt.de; Inga Samii, Landeshauptstadt Hannover, Herrenhäuser Gärten, 0511 16841485, inga.samii@hannover-stadt.de).

Einen tiefen Blick in die andere Seite der Nachkriegsmoderne macht Erfurt möglich: Das Stasi-Unterlagen-Archiv (Petersberg Haus 19, Erfurt) verwahrt auf 4,5 Regalkilometern Akten, etwa 1,7 Millionen Karteikarten, zahlreiche Fotos, Filme, Dias und ca. 250 Säcke Material, das die Stasi zu vernichten versuchte. Am 9. September sind Besucher zwischen 12 und 18 Uhr willkommen, Führungen gibt es stündlich, zudem verschiedene Vorträge rund um das Jahr 1968 (Kontakt: Andreas Bogoslawski, 0361 55194826, Andreas.Bogoslawski@bstu.bund.de; Oliver Parchwitz, 0361 55194806, Oliver.Parchwitz@bstu.bund.de). (kb, 3.9.18)

Telefon „Modell Frankfurt“ von Fuld & Co, ausgestellt im Frankfurter Ernst-May-Haus (Bild: Christos Vittoratos, CC BY SA 3.0, 2011)

Dortmund, WestLB-Bank (Bild: Lucas Kaufmann, CC BY SA 4.0, 2015)

Tipps zum TofD: Brutales an Rhein und Ruhr

Beton satt gibt es zum TofD an Rhein und Ruhr zu entdecken. In Köln präsentiert der Rundgang des AK Nachkriegsmoderne im Rheinischen Verein (mit Tobias Flessenkemper und Martin Bredenbeck) „Funktional, rational, brutal?“ Bauten der Universität Köln. Treffpunkt ist das Albertus-Magnus-Denkmal in Köln-Lindenthal. Die Führung (90 Minuten) beginnt am 8. (!) September um 11 Uhr. Nicht minder lohnenswert ist eine Stippvisite in Dortmund bei der ehemaligen WestLB/Dresdner Bank (Kampstraße 45-47, Dortmund). Futuristisch präsentiert sich der von dem Architekten Harald Deilmann 1978 verwirklichte Bau, in dem sich heute das Centrum für Medizin und Gesundheit befindet. Am 9. September ist die Anlage ganztags geöffnet, eine Führung wird um 15 Uhr durch Dipl.-Ing. Katrin Lichtenstein, TU Dortmund und Christoph Wimmeler (Projektmanager DOC) angeboten (Treffunkt: am Eingang DOC).

Unser dritter Tipp führt nach Düsseldorf zur Kunsthalle (Grabbeplatz 4, Düsseldorf). Der 1967 von Beckmann und Brockes erbaute Betonkubus bildet in Düsseldorfs eines der selten gewordenen Zeugnisse brutalistischer Architektur. Der Bau ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet, um 15 Uhr wird eine Architekturführung angeboten durch Pilar Lennertz (Kontakt: Katharina Sawatzki, Kunsthalle Düsseldorf, 0211 86393455, sawatzki@kunsthalle-duesseldorf.de). (kb, 2.9.18)

Dortmund, WestLB-Bank (Bild: Lucas Kaufmann, CC BY SA 4.0, 2015)
Stuttgart-Heslach, Seilbahn (Bild: Fyrtaarn, CC BY SA 4.0, 2017)

Tipps zum TofD: Dem Himmel entgegen

Sie streben nach Höherem? Haben wir! Hier drei Tipps zum TofD im Süden: Die Pfarrkirche Erscheinung des Herrn (Terofalstraße 66, München-Blumenau) entstand 1970 in der Parkwohnanlage Blumenau nach Plänen des Architekten Günter Eisele. Die an Stahlseilen aufgehängte Holzbalken-Decke lässt den Dachstuhl wie schwebend, wie auf den Kopf gestellt wirken. Am 9. September ist die Kirche von 11 bis 17 Uhr geöffnet, Führungen werden um 11 und 15 Uhr angeboten (Kontakt: Dr. Kurt Einhellig, kurt.einhellig@online.de). Auch in Nürnberg lohnt ein Besuch: Die Christuskirche (Siemensplatz 2, Nürnberg-Steinbühl) aus dem Jahr 1957 kann – neben einer sehenswerten Architektur – mit bestechend schönen Meistermannfenstern aufwarten. Am 9. September ist die Kirche von 9.30 bis 14.30 Uhr geöffnet (Torben Schultes, Diakon, 0911 446200), es gibt Kaffee und Kuchen!

Ganz wörtlich erhebend ist unser letzter Tipp: Die Standseilbahn (Böblinger Straße 237, Seilbahnstraße, Südheimer Platz, Stuttgart) in Stuttgart-Heslach wurde 1929 von der Maschinenfabrik Esslingen erbaut. Kubische Wagen aus Teakholz und Mahagoni machen die Anlage ebenso zum Highlight wie die ästhetisch behutsam eingepasste Streckenführung. Die Öffnungszeiten am 9. September liegen zwischen 9 und 17.50 Uhr, Tickets sind in der Tal- und Bergstation erhältlich. Führungen werden um 10, 10.45, 11.30, 12.15, 13.30, 14.15, 15, 15.45 und 16.30 Uhr angeboten. Für die Technikführungen in den Maschinenraum ist eine Voranmeldung nötig unter: 0711 78857713 (Kontakt: Hans-Joachim Knupfer, Pressestelle, Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), 0711 78852686, presse@ssb-ag.de). (kb, 1.9.18)

Stuttgart-Heslach, Seilbahn (Bild: Fyrtaarn, CC BY SA 4.0, 2017)
Potsdam, Haus Alexander (Bild: A. Fiedler, CC BY SA 4.0, 2016)

Tipps zum TofD: Das Bauhaus steht in Berlin

Bereiten Sie sich doch in der Hauptstadt auf das Bauhaus-Jahr vor: Zum TofD wird am 8. (!) September um 13, 14, 15, 16 und 17 Uhr durch das Haus Dittmar (Am Baltenring 25, Berlin-Marzahn-Hellersdorf Hellersdorf) geführt. 1932 ließ sich der Architekt Edmund Dittmar hierfür vom Bauhaus ebenso inspirieren wie vom Expressionismus. Treffpunkt ist am Eingangstor, die Teilnehmerzahl ist auf 8 Personen begrenzt, eine Anmeldung möglich bis zum 7. September: Ute Linz/Peter K. Bachmann, 0172 2478192, linz-bachmann@online.de. Ein weiterer Zeuge des Neuen Bauens, das St.-Antonius-Hospital (Köpenicker Allee 39-57, Berlin-Lichtenberg (Hohenschönhausen) Lichtenberg), entstand 1930 nach Plänen von Felix Angelo Pollack. Heute dient der Bau als Standort der Katholischen Hochschule für Sozialwesen. Am 8. (!) September wird um 10 Uhr eine Führung angeboten (Treffpunkt: Haupteingang, Kontakt: Martin Wrzesinski, Katholische Hochschule für Sozialwesen, 030 50101014, verwaltung@khsb-berlin.de).

Eine kurze ÖPNV-Fahrt weiter versteckt sich in Potsdam ein Geheimtipp der Zwischenkriegszeit: Das Alexander-Haus (Am Park 2, Potsdam) entstand 1927 als erstes Sommerhaus am Groß Glienicker See für den jüdischen Arzt Dr. A. Alexander. Nach dessen Flucht 1936 wohnten hier vier Familien, darunter der Komponist Will Meisel. Hier, wo später die Berliner Mauer durch den Garten führte, soll ein Zentrum für Bildung und Versöhnung entstehen. Interessierte können das Haus am 9. (!) September von 12 bis 18 Uhr besuchen, Führungen gibt es um 12.30 (Kinderführung), 13 und 15 Uhr. (kb, 31.8.18)

Potsdam, Haus Alexander (Bild: a.fiedler, CC BY SA 4.0)