Mainz: Was kostet der „Fuchsbau“?

Während vom dänischen Architekten Arne Jacobsen designte Stühle heute auf Versteigerungen erstaunliche Summen einbringen, hat es eines seiner modernen Baukunstwerke schwer. In Mainz gestaltete Jacobsen mit Otto Weitling 1974 das moderne Rathaus. In seiner Monumentalität sollte es für das neue Selbstbewusstsein des wiederaufgebauten Mainz stehen. Heute präsentiert es sich als dringend sanierungsbedürftig – vor allem die Fassadenplatten bereiten den Experten Sorgen. 2018 entschied sich der Stadtrat – nach einer langen und kontroversen öffentlichen Debatte – für die Sanierung. Damals wurden die Kosten für die Maßnahme auf bis zu 70 Millionen Euro veranschlagt. Gegen Ende diesen Jahres werden konkretere Kostenaufstellungen erwartet, so kocht die alte Diskussion wieder hoch: Wieviel ist den Mainzern ihr Rathaus wert?

Vor diesem Hintergrund veranstaltet der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz am 11. Oktober 2019 im Mainzer Rathaus (Ratssaal, Jockel-Fuchs-Platz 1, Mainz) das zweite Forum Nachkriegsarchitektur unter dem Titel „Alles nur Fassade? Zum Umgang mit den Gesichtern der Nachkriegsarchitektur“. Wer schon einmal vorglühen möchte, kann dies am Tag des offenen Denkmals: Am 8. September werden Führungen durch das Rathaus angeboten um 12, 13, 14 und 15 Uhr. Es führen Rainer Metzendorf (Werkbund RLP) und Joachim Glatz (Landeskonservator i. R.) im Wechsel (Treffpunkt: vor dem Haupteingang, die Dachterrasse ist nicht begehbar). (kb, 23.8.19)

Mainz, Rathaus, der sog. Fuchsbau (Bild: MzMzMz, GFDL oder CC BY 3.0)

TofD 2019: Inmitten der Industriedenkmäler

Zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen warten am Tag des offenen Denkmals sehenswerte Industriedenkmäler: In Hannover ist der Kalkringbrennofen im Willy-Spahn-Park (Mönckebergallee, Höhe Nr. 18, Hannover-Ahlem) aus dem Jahr 1925 am 8. September geöffnet von 11 bis 17 Uhr (Führungen nach Bedarf, Kontakt: Volker-Udo Höhne, Verein Willy-Spahn-Park, 0511 4850677, 0174 1832856, Volker-UdoHoehne@t-online.de). In Köln führt Stadtkonservator Thomas Werner unter dem Titel „Ein Stern leuchtet über dem Deutzer Hafen“ am 7. September um 15 Uhr durch die moderne Baugeschichte der Aurora-Mühlen von 1906 (Alfred-Schütte-Allee, Treffpunkt: an der Drehbrücke). Und in Dortmund wird im Wasserturm Lanstroper Ei (Rote Fuhr 99, Nähe Kreuzung Dreihausenstraße, Dortmund-Grevel) am 8. September gegrillt und geführt zwischen 11 und 17 Uhr (der Wasserturm kann nicht betreten werden).

1997 wurden auf Initiative des Künstlers Wolfgang Wimhöfer drei „Hydranten im Düsseldorfer Hafen“ (Handelshafen, Kaistraße, Speditionsstraße, Weizenmühlenstraße, Düsseldorf-Hafen) unter Denkmalschutz gestellt. Am 8. September führt der Künstler höchstselbst um 12 Uhr durch die zugehörige Ausstellung/Dokumentation in der Galerie Stolte (Morsestraße 17, Treffpunkt: am Kai-/Franziusstraße, Düsseldorf-Hafen, Kontakt: Serafin Stolte, 0152 14054463, soneTTaTT-Theater@gmx.de). Der Bochumer Hochbunker Boltestraße (Boltestraße 38-40, Bochum-Werne) von 1942 wird heute genutzt als Kunst- und Kulturzentrum. Am 8. September ist er geöffnet von 12 bis 18.20 Uhr (Führungen alle 20 Minuten, Treffpunkt: Eingang Werner Markt, je max. 15 Personen, Start der letzten Führung 17.20 Uhr, Kontakt: Tobias Reif, 0234 9749820, orga@der-bunker.org). (kb, 24.8.19)

Köln-Deutz, Aurora-Mühlen (Bild: © Raimond Spekking, CC BY SA 4.0, via wikimedia commons, 2013)

TofD 2019: Im Hohen Norden

Von wegen flach – zum Tag des offenen Denkmals strebt der Norden nach Höherem: In Hamburg bietet der Rundgang „Auf den Spuren der Moderne in Planten un Blomen und den Wallanlagen“ (Stephansplatz, Treffpunkt: Ecke Gorch-Fock-Wall, an der Skulptur „Die Liegende“, Hamburg Mitte-Neustadt) den perfekten Blick zum Fernsehturm. Am 7. und 8. September ist der Park geöffnet von 7 bis 23 Uhr (8. September: Führungen, 11 und 13 Uhr). In direkter Nachbarschaft lockt das Hotelhochhaus Radisson Blu Hotel (Marseiller Straße 2, Hamburg Mitte-St. Pauli) von 1973 – am 7. September geöffnet von 10 bis 16 Uhr (Führungen nach Bedarf, Treff: Hotel-Lobby). In die Tiefe geht es am St. Pauli (alten) Elbtunnel (Bei den St. Pauli Landungsbrücken, Hamburg Mitte-St. Pauli) aus dem Jahr 1911. Vom 6. und 8. September ist von 10.00 bis 17.00 Uhr die historische Ausstellung geöffnet (Beim Kraftwerk 4, Ausgang Steinwerder), am 7. September werden Vorträge angeboten.

In Bremen wird im 1962 vollendeten Aalto-Hochhaus (Berliner Freiheit 9, Bremen-Neue Vahr) am 8. September durch Fotoausstellung und Kurzfilm über Aaltos Arbeiten geführt (9, 11, 13, 15 und 17 Uhr, je max. 30 Personen, Anmeldung erforderlich: mail@rolfdiehl.de). Nicht zuletzt lohnt das Oberfeuer Preußeneck (Zum Leuchtfeuer 118a, Butjadingen-Eckwarderhörne), das bis 2012 insgesamt 50 Jahre in Betrieb war. Am 8. September ist der Leuchtturm geöffnet von 11 bis 18 Uhr (Führungen nach Bedarf, Kontakt: Cornelia Steib, 04736 507, info@leuchtfeuer-preusseneck.de/Markus Fittinghoff, 0175 3577157, BI Leuchtfeuer Eckwarderhörne e. V.). (kb, 24.8.19)

Hamburg, Fernsehturm (Bild: via pexels.com)