TIPPS ZUM TOFD: Kinotour durch Berlin

Am 11. und 12. September 2021 lädt Berlin wieder zum Tag des offenen Denkmals – das stadtweite Programm ist bereits jetzt online abrufbar (teils ist eine frühe Anmeldung zu den Terminen erforderlich). Mit Blick auf die Moderne lassen sich drei Angebote rund um das Thema Kino herausgreifen: Am Samstag, 11. September, lädt das 1928/29 von Hans Poelzig erbaute Kino „Babylon“ um Mitternacht zur Filmvorführung mit Orgelbegleitung. Das 2001 renovierte Gebäude kann mit der ebenfalls überholten originalen Philipps-Orgel aufwarten, der einzigen in Deutschland am ursprünglichen Ort erhaltenen Stummfilmorgel. Gezeigt wird der „Der müde Tod“ von Fritz Lang – digital restauriert und live begleitet von der Organistin Anna Vavilkina. (Neue Babylon Berlin GmbH, 030 24727804, Timothy Grossman, grossman@babylonberlin.de Rosa-Luxemburg-Str. 30, Nähe U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz).

Wo heute regelmäßig die Berlinale ausgerichtet wird, gaben sich schon zu DDR-Zeiten die Premierengäste die Klinke in die Hand. 1963 errichtet nach Entwürfen des Architekten Josef Kaiser, kann der moderne Vorzeigebau u. a. mit dem Betonrelief „Aus dem Leben heutiger Menschen“ von Waldemar Grzimek, Karl-Heinz Schamal und August Schievelbein aufwarten. Am Samstag, 11. September, führt Knut Steenwerth um 10, 12 und 14 Uhr durch das Kino. Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 9. September. (Kino International, denkmal@yorck.de, Karl-Marx-Allee 33, nahe dem U-Bahnhof Schillingstraße) Das Renaissance-Theater wurde von 1901 bis 1902 als Vereinshaus errichtet – nach Plänen des Büros Reimer & Körte. Erst 1926/27 machte der Architekt Oskar Kaufmann aus dem Kino ein Theater im Stil des Art déco. Am Sonntag, 12. September, werden um 11.30 und um 14 Uhr Führungen angeboten. Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 30. August. (Treffpunkt: Kassenhaus, Vicki Spindler, Renaissance-Theater Berlin 030 31597315, Azizeh Nami, presse@renaissance-theater.de Hardenbergstraße 6, nahe dem U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz). (kb, 23.8.21)

Berlin, Kino „Babylon“ (Bild: Truus, Bob & Jan too!, CC BY NC 2.0, via flickr.com)

TIPPS ZUM TOFD: Wegmarken in NRW

In diesem Jahr bietet der Tag des offenen Denkmals zum Thema „Schein und Sein“ wieder (toi, toi, toi) auch analoge Punkte im Programm. Für Modernebegeisterte lassen sich in Nordrhein-Westfalen für den 12. September 2021 einige Veranstaltungen herausgreifen. Für das berühmte Dortmunder U (Leonie-Reygers-Terrasse 1, 44137 Dortmund) aus den Jahren 1926/27 werden am 12. September zwischen 11 und 17 Uhr stündlich baugeschichtliche Führungen unter dem Thema „Vom Brauturm zur Kreativquelle“ angeboten. Treffpunkt ist das Foyer (die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich unter info@dortmunder-u.de oder Tel. (0231) 50–2 47 23). Ein zweiter Dortmunder Turm, der Wasserturm „Lanstroper Ei“ (Rote Fuhr 99, 44329 Dortmund) aus dem Jahr 1914/15, der derzeit saniert wird, kann ebenfalls am Sonntag, 12. September 2021, um 11 Uhr bei Führungen (nach Bedarf) erkundet werden (der Wasserturm kann nicht betreten werden, Beeinträchtigungen durch die sanierungsbedingte Baustelle sind möglich).

Das Kölner Martinsviertel (Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln) kann unter dem Titel „Zwischen Geschichte und Moderne“ am Sonntag, 12. September 2021, um 15 Uhr mit einer Führung erkundet werden. Denn in diesem auf historischer Parzellenstruktur wiederaufgebauten Quartier finden auch Modernist:innen reiche Beute – darunter bekannte Architekturen der 1980er Jahre wie das Museum Ludwig/Philharmonie und das Maritim-Hotel. (Anmeldung erforderlich bis zum 9. September, Teilnahme nur mit Anmeldebestätigung). Zum heimischen Vorglühen oder Ausklang der NRW-Denkmalrunde empfiehlt sich ein Besuch im Bonner Trinkpavillon: in diesem Fall ein virtueller. Das Video verknüpft Dias des nachkriegsmodernen Kleinods mit einer WDR 3-Hörfunksendung „Kultur am Mittag“. Die Kleinarchitektur aus dem Jahr 1070 wird seit 2017 von engagierten Bürger:innen zu besonderen Anlässen geöffnet. (kb, 23.8.21)

Dortmund, Union-Brauerei (Bild: Dominik Wesche, CC BY SA 3.0, 2011)

TIPPS ZUM TOFD: Juvenil kopfnickend durch Hamburg

In Hamburg feiert man dieses Jahr gleich drei Tage lang den Tag des offenen Denkmals, Grund genug hat man ja: Vor 100 Jahren, am 1. Januar 1921, trat das Denkmalschutzgesetz für die Stadt in Kraft. Das Programm der teils digitalen, teils analogen Veranstaltungen kann bereits jetzt online abgerufen werden, teils ist eine frühe Anmeldung erforderlich. Am Sonntag, 12. September, geht es um 11, 14 und 17 Uhr auf besondere Art durch die Speicherstadt – bei der Führung „Beats, Rhymes & History mit Sherlock F.: Eine post-koloniale Rap-Führung“. Der Treffpunkt wird nach Anmeldung unter www.welterbefest.hamburg mitgeteilt). Versprochen wird ein „auditives Erlebnis, bei dem Wissen vermittelt, aber auch zum rhythmischen Kopfnicken eingeladen wird.“

Das junge Publikum kann sich – nur nach Anmeldung bei kulturkran@muhahar.de – am Sonntag, 12. September, zwischen 10 und 18 Uhr an Familienführungen am Peiner Kran (Lotsekai Ost, Harburger Binnenhafen) und am Liebherr Portralkran (Lotsekai, Harburger Binnenhafen) beteiligen. Unter dem Motto „Kinder dürfen einmal Kranführer sein“ gibt es u. a. einen Sackkarren-Parcours für den Sackkarren-Führerschein oder Übungen zu Seemannsknoten. Wer ein Fan junger Baukunst ist, kommt im Hanseviertel auf seine Kosten. 1980 vom Hamburger Büro von Gerkan, Marg und Partner fertiggestellt, gibt es hier in der Einkaufspassage Postmoderne satt. Am Samstag, 11. September, um 12 Uhr, führt der Architekt Volkwin Marg persönlich. Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 3. September (sjoebsch@gmp.de). Weitere Führungen am Sonntag, 12. September, um 11 und 14 Uhr, auch hier ist eine Anmeldung erforderlich (info@hanseviertel.de). (Veranstalter: CBRE GmbH, von Gerkan, Marg und Partner – Architekten, Große Bleichen 30/36, das Hanseviertel ist offen: Freitag, 10. September, und Samstag, 11. September, von 10 bis 20 Uhr). (kb, 21.8.21)

Hamburg, Hanseviertel (Bild: Uwe Rohwedder, CC BY SA 4.0, 2021)