Als ob die Besucher:innen der Kulturhauptstadt es geahnt hätten: im Jahr 2025 gab es einige Wochenenden, an denen das höchste Hotel der Stadt und gleichzeitig auch höchstes Gebäude, Landmarke und Aussichtsort mit Frühstücksmöglichkeit, das Congress Hotel, überraschend ausgebucht war. Am 31. Januar 2026 hat es geschlossen. Was nun aus dem Gebäude wird, ist unklar. Die 40 Mitarbeitenden organisierten mit der Gewerkschaft eine Lichterkette zum Abschluss, und auch der Bürgermeister der Stadt, Sven Schulze (SPD), möchte sich für einen Weiterbetrieb einsetzen. Das Aus kommt überraschend und doch nicht: Nach dem Kulturhauptstadtjahr hatte man durchaus eher Gewinne als Verluste vermuten können. Andererseits war das Hotel bereits mehrfach saniert worden, was im Innern den Charme der 1970er bereits zu einem Charme der 1990er hat werden lassen, und dieser war mittlerweile auch in die Jahre gekommen.

Das Congress-Hotel war 1974 nach den Plänen des Kollektivs um Rudolf Weißer fertig gestellt worden und ist als Ensemble mit der Stadthalle und dem gegenüberliegenden Karl-Marx-Monument Wahrzeichen und städtebaulicher Mittelpunkt der Stadt. Mit seinen 26 Etagen und knapp 700 Zimmern gehörte es zu den größten Hotels der DDR. Nun bleibt die Frage, was der Besitzer des Hotels, die „Aroundtown SA“ aus Luxemburg, gemeinsam mit der Stadt an zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten entwickeln wird. Ein „schwieriger Weg“ wird es laut Sven Schulze werden, die Erwartungen sollen nicht zu hoch sein. Aber natürlich schlummern da schon die Ideen. So viele Räume, könnte es da kreativ werden? (pk, 6.2.26)

Chemnitz, Congresshotel, Architektur: Kollektiv Rudolf Weißer, 1969–1974 (Bild: Verena Pfeiffer-Kloss, 2025)

Chemnitz, Congresshotel, Architektur: Kollektiv Rudolf Weißer, 1969–1974 (Bild: Verena Pfeiffer-Kloss, 2025)

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