Nachhaltigkeit, Sharing Economy und Reparaturgesellschaft wurden auf den Garagenhöfen in der DDR immer praktiziert – nur hat es damals niemand so genannt. Heute gelten diese Ansätze als Antwort auf Ressourcenknappheit und soziale Polarisierung. Das Projekt „3000 Garagen“, das im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt von der Kuratorin Agnieszka Kubicka-Dzieduszycka durchgeführt wird, lädt ab dem 25. August 2025 gemeinsam mit Constructlab zur Chemnitzer Garagenschule ein. Dort „treffen sich Tüftler:innen, Garagenexpert:innen, Künstler:innen, Designer:innen, Architekt:innen und Wissenschaftler:innen mit europäischen und lokalen Communities, um das ko-kreative Potenzial der Garagen in die Gegenwart zu übersetzen“, so die Veranstalterinnen. In Workshops, Vorträgen und einem Sommerkurs geht es nicht nur um die Wissensvermittlung, sondern auch um die sozialen Aspekte der Garagenkomplexe, um kollektive Entscheidungsprozesse und faire Teilhabe an der Stadt.
Der Sommerkurs ist bereits ausgebucht – aber den Eröffnungsvorträgen am 25. August darf gelauscht werden. Ab 19:00 Uhr sprechen in der Alten Lackiererei auf dem Garagen-Campus in der Zwickauer Straße in Chemnitz-Kappel der polnische Kulturtheoretiker Dr. Phil. Piotr Jakub Fereński (Universität Breslau), die Professorin für Kontextsensitive Gestaltung Prof. Dr. Phil. Luise Rellensmann (TU München) und der japanischer Architekt, Künstler und Akademiker Dr. Ing. Takahiro Ohmura (Ibaraki University) über historische und aktuelle Perspektiven zum DDR-Phänomen „Garagenhöfe“. Luise Rellensmann ordnet in ihrem Vortrag „Making Heritage / Erbe machen. DDR-Garagen in Cottbus und Chemnitz“ das Thema lokal und historisch ein, Takahiro Ohmura beleuchtet den Aspekt des japanischen „Teire: Repair and Configuration“. In den Abend einführen wird Piotr Jakub Fereński mit dem Beitarg „Die Bricolage-Gemeinschaft – Eine Geschichte über Garagen“. Die Ergebnisse der Garagenschule werden dann am 30. August 2025 ab 16 Uhr ebenfalls auf dem Garagencampus präsentiert. (pk, 25.8.25)

Chemnitz, DDR-Garagenhöfe, Projekt: 3000Garagen, „Innenlandschaften“ von Klaus Pobitzer (Foto: Johannes Richter, 2025)
