Iserlohn, Christophery-Bau um 2012 (Bild: Stadt Iserlohn)

Christophery-Bau bleibt

Die 1851 in Iserlohn gegründete Firma Christophery begann ihre Produktion mit der Fertigung von Näh-, Stopf- und Packnadeln. 2001 meldete das Traditionsunternehmen Insolvenz an. Seinerzeit war der 1934 nach Plänen der Architekten Albert Brünninghaus errichtete Hauptbau schon länger im Visier des Denkmalschutzes. Der dreigeschossige Riegel ist eines der wenigen Beispiele der klassisch modernen Industriearchitektur in der Gegend. Nach der Christophery-Pleite und jahrelangem Leerstand, zunehmendem Verfall und erfolgloser Investorensuche stand ein Abbruch des Gebäudes im Rahmen einer Altlastensanierung im Raum, ein Beschluss hierfür wurde 2012 eigentlich schon gefasst.

Die von LWL 2005 in Gang gesetzte Ausweisung als Kulturdenkmal wurde auch 2008 unter Verweis auf Bauschäden ausgesetzt. Drei Jahre später fand sich die Christophery-Fabrik freilich im „Dehio“ als Kunstdenkmal wieder (Bd. Nordrhein-Westfalen II, S. 506). Das sorgte offenbar für Skrupel beim Abbruchvorhaben; 2015 wurde durch die Stadt zunächst das teilweise eingestürzte Dach gesichert. Mittlerweile sind weitere Jahre des Planens und Untersuchens möglicher Altlasten vergangen. Ende Mai kam nun das positive Gutachten: Die Entsorgung der lösemittelverseuchten Bereiche auf dem Fabrikareal ist ohne Abriss des Gebäudes möglich. Zukünftig ist eine Wohnnutzung des Baudenkmals vorstellbar. (db, 31.5.20)

Iserlohn, Christophery-Bau um 2012 (Bild: Stadt Iserlohn)