Seit Anfang März ist bekannt, dass das brutalistische Buchhaus Wittwer (zuletzt Thalia) am kleinen Schlossplatz abgerissen werden soll. Der Betonriegel, 1968-70 im Auftrag der Girokasse Stuttgart und des Verlagsbuchhändlers Konrad Wittwer realisiert, ist ein Entwurf von Hans Kammerer (1922-2000) und Walter Belz (1927-2009). Er ist Teil des in Zusammenarbeit mit Max Bächer (1925-2011) ab Ende der 1960er gestalteten Platzes. Der sanierungsbedürftige Bau ist heute in Besitz der Dinckelacker AG, die ihn voraussichtlich 2028 zugunsten eines Neubaus abräumen lassen will. Die Pläne haben mittlerweile aber erhebliche Wellen geschlagen, eine Petition gegen den Abriss des nicht denkmalgeschützten Gebäudes läuft derzeit. Unterschreiben kann man übrigens hier … Und merken Sie sich schon mal den 19. Juni vor für die „Lange Tafel der Baukultur“ am kleinen Schlossplatz in Stuttgart. Im Mittelpunkt steht natürlich der Wittwer-Bau.

Bereits gestartet ist die Initiative „Wittwer ist nicht fertig“ – eine Kampagne gegen den drohenden Verlust des Brutalismus-Baus. Initiiert wurde sie vom Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA Baden-Württemberg und dem Wechselraum Stuttgart. „Wittwer ist nicht fertig“ bündelt Stimmen, Materialien und Initiativen und arbeitet für eine neue Aufmerksamkeit gegenüber Bestand, Baukultur und urbaner Verantwortung. Die Plattform versammelt Beiträge aus Architektur, Stadtplanung, Universität, Gestaltung und Stadtgesellschaft und macht sichtbar, dass es beim Fall Wittwer um mehr geht als um ein einzelnes Haus: Verhandelt wird hier auch, welchen Wert bestehende Bauten, räumliche Kontinuitäten und kollektive Erinnerungsorte in einer Stadt noch haben.

Stuttgart, Buchhaus Wittwer (Bild: Ekkehard Mantel)

Stuttgart, Buchhaus Wittwer (Bild: Ekkehard Mantel)

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