Darf man jetzt von Mode sprechen?

"Darf man jetzt von Mode sprechen?" (Bild: Arete-Verlag)
Das Buch zum Thema „Bekleidung und Textilwirtschaft im Nachkriegsdeutschland“ (Bild: Arete-Verlag)

Nach 1945 war die Sehnsucht der Deutschen groß – nach Farbe, nach zweckfrei Schönem, nach Mode. „Darf man jetzt von Mode sprechen?“, titelte entsprechend 1946 „Die Zeit“. In den frühen Jahren, als Stoff oder gar fertige Kleider noch Mangelware waren, zeigten sich viele Frauen erfinderisch: Sie fertigen aus Wehrmachtsmänteln Damenjacken, schneidern aus Gardinen Röcke.

In ihrem neuen Buch „Darf man jetzt von Mode sprechen?“ skizziert Jutta Sywottek erzählt von der Textilwirtschaft der Nachkriegszeit. Sie konzentriert sich dabei auf die frühen Jahre im Ost- und Westdeutschland der Nachkriegszeit. Einen besonderen Schwerpunkt legt sie auf die Frauenmode sowie die Entwicklungen in der – sich langsam teilenden – Metropole Berlin. Sywottek entfaltet – anhand von Frauen- und Modezeitschriften wie „Constanze“, „Chic“ und „Für Dich“ – wie ideologische oder wirtschaftliche Interessen ebenso Einfluss nahmen wie die jeweiligen internationalen Vorbilder: seien es der westliche New Look oder die östliche Zweckmäßigkeit der „Arbeiterklasse“. (kb, 14.1.15)

Sywottek, Jutta, „Darf man jetzt von Mode sprechen?“ Bekleidung und Textilwirtschaft im Nachkriegsdeutschland, Arete-Verlag, Hamburg 2014, kartoniert, 204 Seiten, ISBN 978-3-942468-22-0.