Arese, Alfa-Werk, Bild: HEEL-Verlag

Das Alfa-Werk Arese

Viele Architekturliebhaber sind ja auch Autoliebhaber: Namen wie Alfa Romeo Giulia oder Alfetta klingen wie Poesie. Diese Bestseller der Mailänder Marke Alfa Romeo stammen allesamt aus dem Werk Stabilimento di Arese. Zum Zeitpunkt des Baus Anfang der 1960er Jahre war „La Fabbrica“ die modernste Produktionsanlage Italiens, und an Ort und Stelle wurde auch alles hergestellt, was zum Bau der sportlichen Limousinen mit dem betörenden Doppelnocken-Triebwerk benötigt wurde. 2005 schloss das Werk, bald darauf auch das Firmenmuseum auf dem gleichen Gelände.

Das Museum entstand 2014/2015 neu – im denkmalgeschützten Verwaltungsbau (1969, Ignazio und Jacopo Gardella, Ausstattung Anna Castella Ferrieri ). Dies ist auch das letzte Gebäude, das noch existiert: Konzernmutter Fiat hat die allmählich verfallenden Hallen verkauft, in den vergangenen Jahren wurden sie größtenteils abgerissen und durch neue Industriebauten ersetzt. Marken-Experte Umberto Di Paolo stellt in seinem nun im HEEL-Verlag erschienenen Buch die Geschichte, die Werksteile von der Schmiede bis zur Lackiererei, die Organisation, die Autos und die Protagonisten Areses vor – mit unzähligen Fotos aus einem Bilderschatz, der erst noch aus dem Archiv gehoben sein wollte. Empfehlenswert für jeden „Alfista“ und ein Denkmal für die nicht nur unter Autoverrückten legendäre Fabrik sowie für die Alfa-Schöpfer im Design-Büro wie am Fließband. (db, 6.10.17)

Arese, Alfa-Werk, um 1970 (Bild: HEEL-Verlag)