Wesel, Lutherhaus (Foto: Erwin Pottgießer)

Das Aus für das Lutherhaus

Dass die Architekten 1972 keine Angst vor Beton hatten, ist bekannt. Man kann es mögen (!) oder nicht, es gehört zum Bauen dieser Jahre. So auch in Wesel, wo man damals das Lutherhaus um einen – freundlich gesagt – selbstbewussten Verwaltungsriegel in Sichtbeton ergänzte. Wobei „historisch“ für das erste Lutherhaus (1729, Jobst Heimburger) nicht ganz korrekt ist, wurde der Bau doch im Zweiten Weltkrieg weitestgehend zerstört und anschließend, im Inneren leicht modifiziert, wiederaufgebaut. Der brutalistische Anbau wird genutzt von Kirchenkreis, Diakonischem Werk und Evangelischer Kirchengemeinde Wesel.

Dieser Bau soll, so der aktuelle Presbyteriumsbeschluss, nicht saniert, sondern aufgegeben werden. Als Gründe werden wirtschaftliche Rahmenbedingungen angeführt: Eine umfassende Instandsetzung sei im avisierten Kostenrahmen von 2 Millionen Euro nicht machbar. Stattdessen will man sich in anderen Räume einmieten und nach dem Auszug über das Schicksal des Bauwerks bzw. des Grundstücks entscheiden. Das historische Lutherhaus, heute denkmalgeschützt, wird aktuell saniert. Für das brutalistische Lutherhaus hingegen steht der Abriss im Raum. (kb, 9.8.18)

Wesel, Lutherhaus (Foto: Erwin Pottgießer)