Waghaeusel, Zuckersilos und Eremitage (Bild: AnRo0002, CC0)

Das Aus für die Zuckersilos

Okay, auf den ersten Blick sind die grauen Silos hinter dem Barockschlösschen „Eremitage“ im Badischen Waghäusel ein Schlag ins Gesicht.  Doch die 1970 errichteten  Hochbauten sind eine Erinnerung an die „Badische Gesellschaft für Zuckerfabrikation“ (später Südzucker AG), die 1838 auf dem Gelände der Eremitage entstand; das Schloss war der Verwaltungssitz. 1995 schloss die Fabrik, zwei Jahre später kaufte die Gemeinde das  Areal zum symbolischen Preis von einer Mark. 2008/2009 räumte man den größten Teil der Gebäude ab, lediglich die Silos – längst zum Wahrzeichen des Orts geworden – blieben stehen. Doch nun endet womöglich auch ihre Geschichte.

In der Gemeinde wurde mit den Stimmen von CDU, Junger Liste und der Freien Wähler mehrheitlich knapp entschieden, den Abbruch der Zuckersilos bis 2020 anzugehen. Die SPD stimmte gegen den Abriss, für den im Haushaltsplan zwei Millionen Euro vorgesehen sind. Dem Beschluss voraus ging ein jahrelanger Streit, ob die Kolosse nun Industriedenkmäler oder Schandflecke seien. 2015 scheiterte ein Abrissplan schon einmal sowohl an den Kosten als auch der Tasache, dass einige Mobilfunkbetreiber gültige Nutzungsverträge über den Betrieb mehrerer Funkmasten auf den über 50 Meter hohen Betonbauten hatten. Bis Ende kommenden Jahres sollen nun die Masten demontiert sein, und dann werden wohl tatsächlich die Bagger anrücken (db, 30.3.18)

Eremitage und Zuckersilos (Bild AnRo0002, CC0)