Handicapped Car (Copyright Beni Bischof ; Bild: Kommunale Galerie Berlin)

Abgefahren!

Fetisch oder Fluch? Das Auto bestimmt das Alltagsleben vieler Menschen, und es gibt gleichzeitig wohl kaum einen Gegenstand, der so sehr polarisiert: Designikone und Umweltkiller, Statussymbol und Notwendigkeit, Hassobjekt und Lieblingsstück. Die Ambivalenz wird von Industrie und Werbung noch befeuert – auch, wenn sich die Ära des Verbrennungsmotors womöglich dem Ende zuneigt. Die Fotoausstellung DRIVE DROVE DRIVEN präsentiert unterschiedliche Automodelle und künstlerische Ansätze in über 60 Aufnahmen. Abbilder einer Gesellschaft, in dem ein Abgesang auf unsere automobile Gegenwart genauso aufblitzt wie die Faszination für den schlichten Gegenstand.

Die erste Station war in der Automobilnation USA, nun ist DRIVE DROVE DRIVEN vom fernen Omaha in die Kommunale Galerie Berlin gekommen: kuratiert von Matthias Harder, mit Werken unter anderem von Clara Bahlsen, Beni Bischof, Larry Ferguson, James Hendrickson, Charles Johnstone, Melina Papageorgiou und Michael Witte. Bis 8. April bietet die Ausstellung Entscheidungshilfe bei der Frage, ob man der Faszination Auto erliegen möchte, oder ob man zur wachsenden Zahl der Anti-Autler gehört. Einen Mittelweg scheint es heute irgendwie nicht mehr zu geben … Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176; Di-Fr 10-17 Uhr, Mi 10-19 Uhr, So 11-17 Uhr (db, 18.2.18)

Beni Bischof, Handicapped Car (Copyright Beni Bischof/Kommunale Galerie Berlin)