Das bleibt vom AfE-Turm

Die Aufzugkabine steht an exponierter Stelle auf dem neuen Unicampus (Bild: Julius Reinsberg)
Die Aufzugkabine steht auf dem neuen Unicampus (Bild: Julius Reinsberg)

Er ist wieder da: Ein halbes Jahr nach seiner Sprengung kehrt der Frankfurter AfE-Turm zurück – zumindest teilweise. Auf dem neuen Campus der Universität erinnert seit Anfang September 2014 eine einzelne Fahrstuhlkabine an das Bauwerk. Ihr Inneres ist übersät mit Graffitis – teils intellektuell, teils unverblümt derb. Der Besucher kann hier ebenso in Nostalgie schwelgen wie die Sprüchesammlung um eine eigene Weisheit erweitern. Der Fahrstuhl auf der grünen Wiese regt auch zur Diskussion über das neue bauliche Antlitz der Goethe-Universität an.

Der AfE-Turm wurde 1970 bis 1972 für die Frankfurter Goethe-Universität errichtet. Das brutalistische Unihochhaus beherbergte Generationen von angehenden Gesellschaftswissenschaftlern. Ästhetisch war der massive Stahlbetonbau stets umstritten, in Studentenkreisen jedoch Kult und Symbol für studentischen Protest – der Turm wurde mehr als einmal besetzt. Die Universität gab das Gebäude im Zuge ihres Umzugs 2013 auf, im Februar 2014 erregte seine Sprengung bundesweite Aufmerksamkeit. Die Aufzüge des Hochhauses waren wegen ihrer Pannenanfälligkeit berühmt-berüchtigt und schon damals Anregung zum Austausch: Wartezeiten von bis zu 15 Minuten boten Zeit für manche Diskussion. (jr, 24.9.14)