Die Gartenlaube, Datscha, Datsche, Wochenendhaus, Bungalow, Typ B-Serie, WL 24, HW 22 & HW42… Im Kleingarten war die DDR privat und bis heute gehören die Fertigteillauben zu den baulichen Insignien des Staates. Im Sommer 2026 sind sechs nachgebildete Lauben der Ausgangspunkt der Ausstellung deutsch-deutsch in der Heilbronner Kunsthalle, für die die Künstlerin Andrea Pichl gerade mit dem Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2026 ausgezeichnet wurde. Sie ist die erste in der DDR geborene Künstlerin, die diese Auszeichnung erhält und das passt konsequent zu ihrer Kunst, die laut Kunsthalle Heilbronn den „Bedeutungswandel des öffentlichen und privaten Lebens vor und nach der deutschen Wiedervereinigung erfahrbar“ macht.

Über Architektur und Stadtplanung nähert sie sich hier dem Wechselverhältnis von öffentlichem und privatem Raum. Gezeigt werden architektonische Baukörper, in Kombination mit Fotografien und Zeichnungen, in denen Andrea Pichl Widersprüche von Geschichte und Geschichten aufdeckt und dabei zugleich wirtschaftliche, kulturelle und soziale Dimensionen im Verhältnis zwischen Ost und West in den Mittelpunkt stellt, wie etwa den wechselseitigen Transfer von Kapital, Waren und Dienstleistungen, deren Produktion unter anderem in Stasi-Gefängnissen stattfand. Was genau die Gartenlaube damit zu tun hat, sollte man unbedingt in Heilbronn selbst herausfinden. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. September 2026 zu sehen. (pk, 3.6.26)

Andrea Pichl, Gartenlaube GL 19, 2024 (Bild: Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Marcus Bahra, Berlin)

Andrea Pichl, Gartenlaube GL 19, 2024 (Bild: Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Marcus Bahra, Berlin)

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