Im Jahr 1967 war das Projekt bahnbrechend, präsentierte sich Kirche hier doch zur Großstadt hin programmatisch offen ohne Turm und Schwelle. Das evangelische “Haus der Kirche” entstand in Berlin-Charlottenburg an der Goethestraße nach Entwürfen der Architekten Konrad Sage, Karl Hebeker und Heinz Richter: im Mittelpunkt ein Tagungsgebäude, drumherum Verwaltungs- und Bibliotheksräume, ein Studentenwohnheim und ein Wohnhaus. Inzwischen ist in die Bauten das “Amt für kirchliche Dienste” für Aus- und Weiterbildung eingezogen, das Studentenwohnheim steht seit 2012 leer.

Seit 2012 ist das Ensemble aber auch ein Baudenkmal: Es stehe mit seiner Transparenz, mit seinen aufgeständerten Quadern in einer Linie mit “Bauten des Hansaviertels oder dem […] Bikini-Haus”. Doch der kirchliche Betreiber betrachtet Teile der Anlage seit Jahren als “nicht mehr zeitgemäß”, ein Neuanfang sei funktional wie technisch unverzichtbar. Die Abrissgegner sehen Kirche in der Pflicht, ein künstlerisch anspruchsvolles Bauwerk und mit ihm günstigen Wohnraum zu erhalten. 2016 lehnte die Landeskirche die Forderung ab, im leergezogenen Studentenwohnheim Flüchtlinge unterzubringen. Nun soll das Studentenwohnheim fallen und hier ein neuer Verwaltungsbau (Büro pape + pape, Kassel) entstehen. Später will man den ehemaligen Büro- und Verwaltungstrakt zu Wohnungen umgestalten. (kb, 2.12.17)

Berlin-Charlottenburg, Haus der Kirche (Bild: Bodo Kubrak, CC0, 2014)

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