Hamburg, Großmarkt (Bild: LoboStudio Hamburg, CC0 1.0, PD, 2016)

Das hanseatische Bauhaus

In diesem Jahr sind selbstverständlich die großen Wirkungsstätten des Bauhauses, Weimar, Dessau und Berlin im Fokus. Dass der Einfluss der Bauhauslehre sich früh in Hamburg ausbreitete, wissen hingegen die wenigsten. Dieses Kapitel Stadtgeschichte wird nun von Rüdiger Joppien und Hans Bunge in ihrem Werk „Bauhaus in Hamburg Künstler Werke Spuren“, aufgearbeitet. Am 27. Juni 2019 findet in der Freien Akademie der Künste (Klosterwall 23, 20095 Hamburg) eine Buchpräsentation mit anschließender Podiumsdiskussion statt. Das Gesprächsthema zwischen Joppien und dem Kunsthistoriker Wulf Herzogenrath lautet „DAS Bauhaus gibt es nicht“. Die aktuell im Dölling-und-Galitz-Verlag erschienene Publikation versteht sich als Begleitkatalog zur gleichnamigen Ausstellung, die noch bis zum 30. Juni 2019 in der Freien Akademie zu sehen sein wird.

Schon 1930 wurde in Hamburg in der Landeskunstschule der berühmte Vorkurs übernommen. Nach dem Krieg unterrichteten an der Hochschule für bildende Künste so viele ehemalige Ex-Bauhausschüler wie nirgens sonst in der Bundesrepublik. Nicht wenige bekannte Namen werden im Band behandelt: Gerhard Marcks, Gustav Hassenpflug, Max Bill, Kurt Kranz, Else Möglin, Walter Peterhans und Wolfgang Tümpel. Letzterer entwarf 1961 die berühmte Frischhaltedose der Firma Tchibo. So zeigt diese erste Gesamtdarstellung der Hamburger Bauhäusler eben auch, wie von dort aus die Reformgedanken weiter in unseren Alltag wanderte. (jm, 21.6.19,)

Hamburg, Großmarkt (Bild: LoboStudio Hamburg, CC0 1.0, PD, 2016)