Der Amerikaner Daniel Libeskind ist einer berühmtesten Architekten unserer Zeit. Dabei hat er seinen ersten Bau erst im Alter von 55 Jahren vollendet: das bereits ab Ende der 1980er geplante Jüdische Museum Berlin. Mit ihm hat der in Lodz geborene Baumeister eine autobiografische Verbindung, seine Eltern sind Überlebende der Shoah, 1957 emigrierte die Familie von Polen zunächst nach Israel und zog 1960 schließlich in die USA. Der skulpturale Zick-Zack-Bau von Daniel Libeskind zählt heute zu den bekanntesten Bauwerken Berlins. Dieses Jahr wird er 25. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Jüdische Museum Berlin dem Gebäude und seiner Entstehung mit „Between the Lines“ nun bis 31. Oktober eine eigene Ausstellung.
Die Architektur-Weltkarriere von Daniel Libeskind nahm nach Eröffnung des weltweit beachteten Museums Fahrt auf: Er hat unter anderem die Erweiterung des Denver Art Museums realisiert, auch das Imperial War Museum in Manchester, das Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück und das Run Run Shaw Medienzentrum in Hong Kong. Auch das One World Trade Center in New York ist ein Libeskind-Entwurf – das Jüdische Museum wurde am 13. September 2001, nur zwei Tage nach „nine eleven“, den Anschlägen auf das World Trade Center, eröffnet. Das 25-jährige Jubiläum des Gebäudes ist freilich nicht der einzige Anlass der Ausstellung. Hier wird nicht nur die radikale, herausfordernde und eben doch stille Architektur gewürdigt, sondern auch ihr Schöpfer: Am 12. Mai wird Daniel Libeskind 80 Jahre alt. (db, 10.5.26)

Berlin, Jüdisches Museum (Bild: Jorge Royan via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)
