Greifswald, ehemalige Mensa am Wall (Bild: Martin Maleschka, 2019)

Mensa modern

mit Fotos von Martin Maleschka

Dass Greifswald trotz seiner gefühlten Randlage auch im Bereich Ostmoderne viel zu bieten hat, ist Fans dieser Stilepoche längst bekannt. Nicht umsonst wurde hier die Altstadtplatte in einer ihrer frühesten, vielleicht sogar in einer ihrer schönsten Varianten umgesetzt. Neu in den Blick kommt aktuell die ehemalige Mensa, die vor wenigen Monaten unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der klar gegliederte, rot verkleidete Stahlskelettbau nach einem Entwurf von Ulrich Hammer (nach einem Konzept von Ulf Zimmermann) wurde 1975 am Wall, am Rand der historischen Altstadt eingeweiht. Und auch im Inneren des ostmodernen Bauwerks gibt es viel zu entdecken – der Architekt und Fotograf Martin Maleschka ging hier im Sommer auf Fototour.

Beliebt waren Mensaclub und Milchbar, letztere geschmückt durch ein Werk des „Emailzirkels ‚Fritz Kühn'“ zum Thema „Mecklenburger Trachten“ von 1976. Eine technisch ähnliche Arbeit mit dem Titel „Ostsee“ wurde vom „Emailzirkel ‚Lea Grundig“ 1975 für das Treppenhaus gestaltet. Weitere Kunstwerke entstanden zur Bauzeit der Mensa unter fachkundiger Leitung im Umfeld der Universität, darunter z. B.: Für die Gaststätte „Bierstube“ schufen Studierende in den „Keramikzirkeln I, II und der Sektion Geologie“ 1975 Wandteller zu den Themen „Niederdeutscher Humor“ und „Mecklenburgische Sprichwörter“. Nicht zuletzt bildet das fünfteilige, insgesamt 22 Meter lange Wandbild „Studenten in der sozialistischen Gesellschaft“ des Künstlers Wolfgang Frankenstein von 1976 bis heute den Blickfang im Foyer. (kb, 28.7.19)

Veranstaltungstipp

Zum Tag des offenen Denkmals, am 8. September 2019, können Sie sich in Greifswald gleich doppelt über die Moderne informieren – in beiden Fällen ist der Eintritt frei: