Das Mondrian-Kleid wird 50

Mondrian-Kleid, Yves Saint Laurent (Bild: Eric Koch/Anefo (Nationaal Archief), CC BY-SA 3.0)
Das legendäre Mondrian-Kleid stellte Yves Saint Laurent 1965 der Modewelt vor (Bild: Eric Koch/Anefo (Nationaal Archief), CC BY-SA 3.0)

„Drei Löcher für die Arme und den Kopf, das ist alles“ – so soll sich der französische Unternehmer Pierre Bergé über das Mondrian-Kleid geäußert haben. Entworfen hatte es sein Lebensgefährte, der Modeschöpfer Yves Saint Laurent. Das Jersey-Minikleid mit dem strengen grafischen Muster wurde durch den niederländischen Künstler Piet Mondrian inspiriert. Alle Flächen in den Mondrianfarben Rot, Gelb und Blau wurden durch gerade schwarze Nähte verbunden.

Der fast architektonische Schnitt des Kleids – in der Fachsprache uncharmant auch „Sackkleid“ genannt – ignorierte den weiblichen Körper völlig: Er wurde zum puren „Gerüst“ für das künstlerisch angehauchte Muster. Nachdem Yves Saint Laurent seinen Entwurf 1965 in Paris vorgestellt hatte, machte er rasch Furore. Das Mondrian-Kleid schaffte es auf die Titelseiten der angesagten Gazetten wie „Elle“. Auf seiner letzten Modenschau präsentierte es Yves Saint Laurent 2002 selbst als einen seiner wegweisenden Entwürfe. Heute zeigen Museen wie das Metropolitan Museum of Art das Mondrian-Kleid als eine Schöpfung, die Modegeschichte schrieb. (kb, 27.1.15)