Langsam wird es ernst: Im Sommer 2026 soll das Terrassenhaus in Potsdam abgerissen werden. Es gehört zur sog. Nutheschlange, die zwischen 1996 und 2002 nach den Plänen von Hinrich und Doris Baller errichtet wurde. Stilistisch zeigen die Bauten die typischen Baller-Kennzeichen vom jugenstilhaft verzweigten, mintfarbenen Balkongitter bis zur ökologischen und gemeinschaftsorientierten Konzeption. In Potsdam kam hinzu, dass der langgestreckte Komplex (daher „Schlange“) nicht nur dem Wohnen, sondern auch dem Lärmschutz zur angrenzenden Schnellstraße diente.

Das Terrassenhaus auf Stelzen, das neben 35 Wohnungen auch einen Garagenkomplex und Kellerräume umfasst, war von Anfang an das Sorgenkind in der Nutheschlange. Feuchtigkeit und Bauschäden führten dazu, dass es seit Jahren leer steht. Schon seit den 2010er Jahren wird der Streit um das Terrassenhaus mit großer Medienaufmerksamkeit geführt. Fachinstitutionen wie der BDA protestierten. Vor Gericht hatten die Ballers noch versucht, den Abriss zu verhindern, sie unterlagen am Ende. Den Schwarzen Peter für die Misere schoben die Beteiligten hin und her, für den Bau scheint es jetzt zu spät. Erst im vergangenen Jahr ist Hinrich Baller im Alter von 89 Jahren verstorben. Nun soll der exponierteste Teil seines Potsdamer Siedlungsprojekts fallen. Der Rückbau des Terrassenhauses ist in zwei Phasen geplant, sodass zunächst die Parkplätze weiter genutzt werden können. 2029 sollen dann die Arbeiten für einen Neubau entstehen – mit 90 Sozialwohnungen. (kb, 19.2.26)

Potsdam, Nutheschlange (Bild: google-Streetview)

Potsdam, Nutheschlange (Bild: google-Streetview)

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