"Pacman" des Künstlers Invader auf einer Mauer in Bilbao nahe dem Guggenheim-Museum (Bild: kurtxio, CC BY SA 3.0)

Den 39. muss man feiern

Vor genau 39 Jahren erblickte in Japan ein kleiner virtueller Punkt das Bildschirmlicht. Sein Problem: Er befindet sich gefangen in einem Labyrinth, hat unstillbaren Hunger und wird auf der Nahrungssuche von Geistern verfolgt. Durch Pac-Man infizierte sich die Welt erstmals mit dem bis dahin unbekannten Videospielfieber. Wie damals üblich, fing alles ganz analog an. Der angehende Spieleentwickler Toru Iwatani ist fasziniert von Flipperautomaten. In der Hoffnung, alles über den Bau der  Wunderkisten zu erfahren, heuert er bei der Automatenfirma Namco an – die damals aber bereits auf Videospiele umgesattelt hat. Zudem zeichnen sich alle auf dem damaligen Markt befindlichen Videogames durch Gewalt- und Eroberungsstrategien aus. In der Hochphase des Kalten Krieges sehnte man sich doch nach etwas Freundlicheren.

Der Legende nach kam die zündende Idee dann – welche Ironie – beim Essen. Nach dem er ein Stück seiner Pizza zu sich nahm sah er in das Angesicht Pac-Mans. Der Rest ist Geschichte. Der kleine Punkt fraß sich in unsere Herzen und das kollektive Gedächtnis. Anfang der 1980er brach eine wahre Pac-Manie aus. Aber auch heute noch können sogar die Digitalnatives noch etwas anfangen mit ihrem pixelbasierten urgroßväterlichen Freund. Sorge über die Langzeiteffekte von derartigem Freizeitvertrieb bestanden auch damals schon! Später witzelte ein britischer Komiker: „Würden Computerspiele tatsächlich Kinder beeinflussen – wir würden heute alle in dunklen Räumen herumlaufen, Pillen schlucken und repetitive elektronische Musik hören.“ (jm, 24.5.19)

„Pac-Man“ des Künstlers Invader auf einer Mauer in Bilbao nahe dem Guggenheim-Museum (Bild: kurtxio, CC BY SA 3.0)