Vor 100 Jahren, am 13. Juni 1926, weihte Wilhelm Pieck, Mitglied des Zentral-Komitees der Kommunistischen Partei Deutschlands, auf dem Zentralfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde mit dem Revolutionsdenkmal eine Gedenkstätte für die Opfer der Revolution ein. Das Denkmal, das der Architekt Ludwig Mies van der Rohe entworfen hatte, erinnerte an Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und weitere im Jahr 1919 ermordete Revolutionäre. Und auch die mehr als 15 Meter lange Skulptur aus rotem Backstein galt in mehrfacher Hinsicht als revolutionär: Mit ihrer abstrakten Formensprache nutzte sie Material und Form als Träger von Emotion und machte zugleich ein aktives Verständnis von Erinnern deutlich: dem Denkmal war eine Fläche für Ansprachen vorgesetzt, die es zu einem Ort politischer Versammlungen machen sollte. 1935 wurde es von den Nationalsozialisten zerstört.
Anlässlich des 100. Jahrestags seiner Enthüllung realisiert das Mies van der Rohe Haus nun ab dem 13. Juni 2026 auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde das Kunstprojekt Denkmal für ein Denkmal für ein Denkmal des Künstlers Nils Norman. Der Ausgangspunkt für die Veranstaltungen, Diskussionen und Begegnungen, die einen Monat lang auf dem Friedhof stattfinden werden, ist die Leerstelle, die der zerstörte Bau hinterließ. Das Projekt von Nils Norman fragt danach, welche Bedeutung utopische Entwürfe und ihre Brüche für gegenwärtige gesellschaftliche Auseinandersetzungen haben können. Eröffnung des Projekts ist am Samstag, 13. Juni 2026, um 16 Uhr auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. (pk, 5.6.26)

Berlin-Friedrichsfelde, Revolutionsdenkmal, Ludwig Mies van der Rohe, Einweihung 13.6.1926, zerstört 1935 (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-H29710 / CC-BY-SA 3.0)
