Das ehemalige Nordlager des Fliegerhorstes Venlo-Herongen ist seit Februar offiziell ein Baudenkmal. Die Stadt Straelen, auf derem Gebiet sich das Gebäude unter der Adresse „Am Nordkanal 7“ befindet, hat darüber in einer Pressemitteilung informiert. Gemäß Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen sei es von besonderer Relevanz für die Geschichte des Menschen; an seiner Erhaltung und Nutzung besteht aus wissenschaftlichen Gründen ein Interesse der Allgemeinheit. Bei dem Bau handelt es sich um die einzige vollständig und weitgehend original erhaltene Nebenanlage des grenzübergreifenden ehemaligen NS-Fliegerhorstes „Venloer Heide“. Das Gebäude wurde lange als Schullandheim genutzt.
Der Fliegherhorst entstand nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in die neutralen Niederlande 1940 auf dem Gelände eines bereits bestehenden Flugplatzes und wurde zu einem zentralen Flugplatz der Luftwaffe. Ab 1943 wurden hier auch Zwangsarbeiter eingesetzt. Auf dem Hauptgelände befanden sich eine Werfthalle sowie 99 Flugzeughallen, im September 1944 zog die Luftwaffe hier ab, unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzten die Alliierten noch die Anlage noch kurz. Es erfolgfte ein teilweiser Abbruch, einige der ehemaligen Start- und Landebahnen nutzt der Venloer Segelflugverein. Der erhalten gebliebene Flugleitungsturm steht seit 2005 unter Denkmalschutz. Der große Rest des Geländes, auf dem vielerlei Ruinen zu finden sind, ist heute Teil des Naturparks Schwalm-Nette. (db, 8.5.26)

Straelen, Nordlager Fliegerhorst 2026 (Bild: Stadt Straelen)
