106 Jahre lag das Wrack des deutschen U-Bootes U 16 vor Scharhörn im Hamburger Küstenmeer. Anfang September wurde es im Auftrag der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) geborgen – wobei nicht zimperlich vorgegangen wurde: Das Boot brach dabei in zwei Teile. Die GDWS lagerte die Überreste zunächst in Cuxhaven, anfangs wurde gar davon gesprochen, dass sie verschrottet werden sollten. Zumindest war die Bergung notwendig, da durch Unterspülungen die Gefahr bestand, dass das Wrack in die Fahrrinne abrutscht und die Schifffahrt gefährden könnte. Das Verschrotten ist jetzt vom Tisch, denn das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) hat U 16 bereits Anfang Oktober als bewegliches Denkmal in das Verzeichnis der Kulturdenkmale eingetragen. Das U-Boot, 1911 gebaut und 1919 auf dem Weg ins englische Harwich gesunken, ist jedoch in einem desolaten Zustand. Es komplett zu erhalten, scheint kaum möglich.
Unter Leitung der Stadtarchäologie Cuxhaven und mit Unterstützung des Deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven wurde U 16 zunächst dokumentiert. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die GDWS entschieden gemeinsam mit der Denkmalpflege, die erhaltenen Wrackteile an Museen und Forschungseinrichtungen abzugeben, sodass etwa ein Viertel des Bootes erhalten bleiben wird. Das Fahrzeug- und Technikmuseum Benneckenstein erhält den mittleren Rumpfabschnitt mit Turm, eine Petroleummaschine und das Hecksegment. Weitere Teile gehen an das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden, das Aeronauticum in Nordholz, das Stadtmuseum Hagen sowie das Wrack- und Fischereimuseum „Windstärke 10“ in Cuxhaven. Parallel werden wissenschaftliche Einrichtungen wie die TU Clausthal und die Universität Magdeburg Materialanalysen durchführen, um bisher unbekannte Zusammensetzungen der verbauten Werkstoffe zu erforschen. Bemerkenswert ist, dass das Kriegsschiff U 16 zum Zeitpunkt seines Untergangswohl schon teildemontiert war. Zahlreiche Komponenten, darunter die Steuerbordschraube und wesentliche Teile des Antriebs, fehlten. Historiker vermuten, dass die deutsche Marine das Boot gezielt unbrauchbar machte, um technologische Details vor einer Übergabe an die Briten zu verbergen. (db, 14.11.25)
Cuxhaven, Mittelteil und Turm von U16 während der Untersuchungen (Bild: Mike Belasus, NLD, CC BY-SA 4.0)

