Der entfesselte Blick

Blick in die Ausstellung. Im Vordergrund das Modell eines Hängehochhauses entworfen von Heinz Rasch (Bild: Hans Schröder, MARTa Herford)
Blick in die Ausstellung. Im Vordergrund das Modell eines Hängehochhauses entworfen von Heinz Rasch (Bild: Hans Schröder, MARTa Herford)

Die Brüder Heinz und Bodo Rasch gehören mit ihren avantgardistischen Entwürfen zu den weniger bekannten Pionieren der klassischen Moderne. In den 1920er Jahren machten sie mit visionären Hängearchitekturen von sich reden und trieben die Entwicklung des Freischwingers voran. Viele ihrer Ideen waren ihrer Zeit weit voraus und wurden von Architekten der Nachkriegsmoderne in den 1960er Jahren wieder aufgegriffen.

Das Museum MARTa in Herford widmet dem Geschwisterpaar nun unter dem Titel „Der entfesselte Blick. Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur“ eine Ausstellung. Das gemeinsame Stuttgarter Atelier der Geschwister war in den 1920er Jahren weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Die Raschs zählten Architekten wie Gropius, Mendelsohn, Mart Stam und Mies van der Rohe zu ihrem Bekanntenkreis – letzterer lebte sogar für einige Monate in ihrem Atelier. Die Ausstellung zeigt sowohl das Werk der Brüder in Modellen und Skizzen als auch dessen architektonische und künstlerische Rezeption bis in die Gegenwart. Sie ist noch bis zum 1. Februar 2015 im MARTA Herford zu sehen (Öffnungszeiten: Di-So 11-18 Uhr). Ende November soll außerdem ein begleitender Katalog erscheinen. (jr, 13.11.2014)