Portland, Supermarkt (Bild: lyzadanger, CC BY SA 2.0)

Der erste Supermarkt

Wie das so ist mit den Superlativen, irgendwer war immer früher. Da gab es schon 1949 diesen „Blauen Laden“ in Augsburg, bei dem die Selbstbedienung angepriesen wurde. Und die Amerikaner, die haben das Prinzip ja quasi schon auf der Mayflower erfunden. Doch in Köln-Ehrenfeld, wo der Unternehmer Herbert Eklöh am 26. September 1957 seinen „Laden“ in der Rheinlandhalle eröffnete, soll die Sache mit dem Supermarkt zum ersten Mal auf bundesdeutschen Boden so richtig groß aufgezogen worden sein: 200 Quadratmeter Verkaufsfläche, 200 Parkplätze, 160 Regalmeter, 60 Meter Kühltheken.

Was in der DDR bescheidener Kaufhalle heißen sollte, traf im amerikaorientierten Westen einen Nerv. Die Ladenbesitzer verkauften das Weniger an Service als Mehr an Freiheit, versprachen den Wirtschaftswunderkunden mehr Auswahl bei weniger Zeitaufwand. Der Kölner Supermarktpionier Eklöh eröffnete bereits 1938 einen größeren Selbstbedienungsladen in Osnabrück, der sich allerdings – mag es am Zeitpunkt oder am Standort gelegen haben – nicht hatte durchsetzen können. Von Köln aus jedoch bediente und befeuerte Eklöh, Konsul von Mexiko, klug den Trend. Seine Filiale auf Kuba verkaute er zum rechten Zeitpunkt noch an die Amerikaner. Seine 24 deutschen Supermärkte gab er an ein Konsortium (Horten, Hertie, Kaufhof, Karstadt) – und saß dort fortan im Aufsichtsrat. (kb, 5.10.17)

Portland, Supermarkt (Bild: lyzadanger, CC BY SA 2.0)