Die Rechten haben derzeit Konjunktur – in Deutschland, in Europa und in Übersee. Mit ihrem Aufschwung werden auch Aussagen zu Kultur und Architektur möglich, mit denen man sich vor wenigen Jahren noch komplett lächerlich gemacht hätte. Etwa jene der AfD-Fraktion im Sachsen-Anhaltinischen Landtag, die den positiven Bezug auf das Bauhaus in der Kampagne „Modern Denken“ kritisierte. Das Bauhaus sei ein „Irrweg der Moderne“, es stehe gegen eine „Bindung an Grund und Boden“, eine „Verzwurzelung in der Tradtion“, für eine „Entortung der Menschen“ und füge sich in eine „globalistische Agenda“. Die Rückkehr von offen rassistischem Denken und Homophobie in breiteren Gesellschaftsschichten; die Rückkehr religiös getragener Mythen auf politische Bühnen; selbst die Rückkehr bzw. Ersteinführung von Diktatur und Faschismus sind (verbal) keine Tabus mehr. Bestritten werden die emanzipatorischen Errungenschaften von 1968ff. auf breiter Front von einer teilweise bereits parlamentarisch agierenden Rechten, die das Rad der Zeit zurückdrehen will in eine Zeit klar konturierter Nationalstaaten mit „passenden Völkern“.

Verfolgen zeitgenössische rechtspopulistische, rechtsradikale, rechtsextremistische und (neo-)faschistische Kräfte eine architekturpolitische und städtebauliche Agenda? Und inwieweit macht sich hierfür die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ zur unfreiwilligen Helferin? Was haben Altstadt-Rekonstruktionen und antimodernistische Tendenzen im Bauen damit zu tun? Um diese Fragen zu diskutieren, stellt Stephan Trüby, Architekturtheoretiker und Professor für Grundlagen Moderner Architektur und Entwerfen an der Universität Stuttgart, das Projekt „Rechte Räume“ vor. Und zwar HEUTE, am 19. November, um 19.00 Uhr in der ACC-Galerie (Burgplatz 1 + 2, 99423 Weimar). „Rechte Räume“ ist der Titel einer Sonderausgabe der Zeitschrift Arch+, eines von Stephan Trüby herausgegeben Sammelbandes sowie einer Online-Plattform. Der Vortrag ist eine Kooperation mit dem BiKo e. V., gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen. (db, 19.11.25)

Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / „Frankfurt am Main, Ostzeile am Samstagsberg — 2015 — 6679“ / CC BY-SA 4.0

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