Hans Scharoun - Bauten und Projekte (Bild: Birkhäuser-Verlag, Basel))

Der komplette Scharoun

Was Sie schon immer über Hans Scharoun wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten – diese Publikation könnte Antwort geben. Nicht weniger als das Gesamtwerk des Baumeisters dokumentiert die just erschienene Monografie „Hans Scharoun  – Bauten und Projekte“ von Carsten Krohn. „Bauen ist Sinndeutung des Lebens“ formulierte Scharoun seine Arbeitsauffassung: Bauen als lebensbegleitender, schöpferischer Vorgang bei dem es um die Realisierung einer sichtbaren, menschlichen Ordnung ging. Mit seiner Position des organischen Bauens unterscheidet er sich von anderen Protagonisten des Neuen Bauens wie Mies van der Rohe oder Walter Gropius. Scharoun entwickelte Projekte aus ihrem städtebaulichen und landschaftlichen Kontext. Architektur sah er als Disziplin des sozialen Engagements, organisches Formen als Mitteilung einer Weltsicht.

Dass der Weg Scharouns zur organischen Architektur bei Weitem nicht linear verlief, schildert Carsten Krohn: Er ergründet dessen Position als einen Findungsprozess, indem die Entwicklung Bau für Bau nachgezeichnet wird. Die in Zusammenarbeit mit dem Baukunstarchiv der Akademie der Künste Berlin entstandene Publikation dokumentiert sämtliche realisierten Bauten in chronologischer Reihenfolge. Und zeigt dabei auch bislang wenig Beachtetes wie etwa die Berliner AOK-Zentrale am Mehringplatz sowie einen detaillierten Blick auf Scharouns Frühwerk in Ostpreußen. (db, 2.8.18)

Krohn, Carsten, Hans Scharoun – Bauten und Projekte, 208 Seiten, 75 Abbildungen, gebundene Ausgabe, Deutsch; Verlag Birkhäuser, Basel (2018), ISBN 978-3-0356-0679-9