Münster-Mecklenbeck, Martin-Luther-Kirche (Bild: Luminanz, GFDL oder CC BY SA 1.0-3.0)

Der letzte letzte Gulbransson wird 50

Wenn man schon nicht der Erste sein kann, dann will man doch zumindest als Letzter glänzen: Unter den Kirchen, die der Münchener Architekt Olaf Andreas Gulbransson vor seinem tödlichen Autounfall im Jahr 1961 noch entwerfen konnte, gibt es einen geheimen Wettstreit. Welche ist das wirkliche, das wahre, das einzige, das späteste Spätwerk des Baumeisters? In Münster-Mecklenbeck (als ob dieser zauberhafte Stadtteilname nicht an sich schon Superlativ genug wäre) ist man sich sicher, dass hier der letzte Gulbransson-Bau steht. Die Martin-Luther-Kirche wurde vor 50 Jahren, am 29. Oktober 1967 eingeweiht.

So ist es nur recht und billig, das Jubiläum gebührend zu feiern: am Reformationstag 2017, der zugleich auch Höhepunkt der Reformationsdekade (500 Jahre Thesenanschlag) und damit bundesweiter Feiertag ist. Die Mecklenbecker Martin-Luther-Kirche ergänzte das 1953 eingeweihte Gemeindehaus und wurde ihrerseits 1975 um einen Glockenturm bereichert. Der Kirchengrundriss ist ein echter Gulbransson: ein auf die Spitze gestelltes Quadrat. Damit schuf der Architekt einen Raum, der eine Richtung vorgibt, aber zugleich Gemeinschaft ermöglicht. In den letzten Jahren wurden Dach und Fenster saniert. Die Gemeinde hat also – ausgestattet mit ausreichend Superlativen – wirklich allen Grund, am diesjährigen Reformationstag kräftig zu feiern. (kb, 20.10.17)

Münster-Mecklenbeck, Martin-Luther-Kirche (Bild: Luminanz, GFDL oder CC BY SA 1.0-3.0)