Eisenach, Wartburg-Pavillon (Bild: Archiv Horst Ihling, Eisenach)

Der neue Wartburg-Pavillon

Es gibt Neues zu einem Herzstück der Ostmoderne, zum ehemaligen Wartburg-Pavillon von Eisenach (G. Werrmann, 1967). Hier präsentierte der Ost-Automobilproduzent stolz seine Fabrikate. Nach der Wende wurde Raum zum KUNST-Pavillon umgenutzt. Im Auftrag des Thüringischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) hat das Institut für Neue Industriekultur (INIK) in den vergangenen Monaten die Baugeschichte untersucht und eine denkmalpflegerische Zielstellung erarbeitet.

Anlass sind geplante Reparaturarbeiten, da der Pavillon beim Bauhaus-Jubiläum 2019 – neben dem Garagenbau Alfred Arndt in Probstzella oder Werken von Martin Schwarz in der Region Arnstadt – eine zentrale Rolle spielen soll. Zur Vorstellung der Forschungsergebnisse lud die INIK mit Landeskonservator Holger Reinhardt am 26. März in den KUNST-Pavillon. Im Umfeld dieses Termins erklärte Reinhardt dem mdr, dass der Pavillon „für die Nachkriegsmoderne im heutigen Land Thüringen aber auch in der DDR eine Sonderstellung“ einnehme. Heidi Pinkepank vom INIK bestätigte nach Archivrecherchen, es handle sich um eine „Sonderanfertigung von vorne bis hinten“. Mit heute 83 Jahren zeigte sich der Leipziger Messebauarchitekt Günter Werrmann erfreut über das neu erwachte Interesse an seinem Werk – und „überrascht, dass er heute noch steht.“ Gut so, finden wir. (kb, 19.2./29.2.16)

Einst Schaufenster des Sozialismus, heute ein Ort der Kunst: der Wartburgpavillon von Eisenach (Bild: Archiv Horst Ihling, Eisenach)