Balkrishna Doshi (Bild: Sanyam Bahga, CC BY SA 3.0, 2013)

Der Pritzker-Preis geht an Balkrishna Doshi

Es ist der „Nobelpreis für Architekten“, der Pritzker-Preis, der einmal im Jahr alle Aufmerksamkeit auf das Lebenswerk eines der großen – in der Regel noch lebenden – Baumeister lenkt. In diesem Jahr fiel die Pritzker-Wahl auf Balkrishna Doshi und ging damit zum ersten Mal nach Indien. Der 1927 geborene Architekt war nach dem Krieg Mitarbeiter von Le Corbusier. Für ihn überwachte er z. B. die Arbeiten an der indischen Planstadt Chandigarh. Zeitgleich gründete Doshi sein eigenes Büro. Mit den Jahren avancierte er mit einem Stil, der europäisch geprägte Motive der Moderne mit heimischen Bautraditionen mischt, zu einem der einflussreichsten Baumeister des post-kolonialen Indien.

Bekannt wurde Doshi ab den frühen 1960er Jahren mit preisgünstigen Wohnsiedlungen z. B. für Textilarbeiter in Ahmedabad (1960). Gerne verband er betonsichtige Elemente mit Naturstein und den für ihn charakteristischen Tonnengewölben. Hinzu kam sein Geschick als Städteplaner, wie er es etwa in den 1980er Jahren mit Vidyadhar Nagar, einem Stadtteil von Jaipur, unter Beweis stellte. Nicht zuletzt gründete er in den 1960er Jahren die Ahmedabad School of Architecture (heute: Cept University). Doshi reagierte auf die Nachricht von der prestigeträchtigen Ehrung mit den Worten, er verdanke diesen Preis seinem „Guru Le Corbusier“. (kb, 7.3.18)

Balkrishna Doshi (Bild: Sanyam Bahga, CC BY-SA 3.0, 2013)