Der zweithöchste Funkturm Deutschlands steht in Frankfurt: der 337,5 Meter Turm Meter Hohe „Europaturm“, zugleich das höchste Bauwerk der hessischen Hochhausstadt. Errichtet wurde er 1974-79 nach Plänen von Johannes Möhrle, Peter Metzger und Erwin Heinle, mit ringförmiger Gleitschalung, einem sich nach oben verjüngenden Betonschaft und einer der größten Kanzeln weltweit – 59 Meter Durchmesser in 227 Metern Höhe. Die Kanzel war einst üppig belebt mit Cafeteria, Drehrestaurant und später der Diskothek „SkyTower“. 1999 schlug die Brandschutzkeule zu, und der Turm wurde für die Öffentlichkeit geschlossen. Und im Grunde seit dieser Zeit laufen die Versuche, den „Ginnheimer Spargel“ wieder zugänglich zu machen. Bislang ohne Erfolg, im Gegenteil wurde 2022 auch noch die magentafarbige Beleuchtung seiner Spitze abgeschaltet.
Obwohl auch der Frankfurter Magistrat die Wiederbelebung grundsätzlich befürwortet, bleibt eine konkrete Perspektive weiterhin aus. „Der Europaturm hat für das Stadtbild wortwörtlich eine herausragende Bedeutung, unabhängig von seiner Nutzung. Dennoch ist uns bewusst, dass derzeit eine belebende Nutzung fehlt“, sagte Sebastian Tokarz, Sprecher des Dezernats III (Planen und Wohnen) der Frankfurter Neuen Presse. Man würde sich freuen, wenn der Turm wieder zugänglich wäre und Menschen die Möglichkeit erhielten, ihn zu erleben und von dort oben ihre Stadt zu betrachten. Dennoch muss die Stadt auf die Eigentümerin verweisen, die Deutsche Funkturm DFMG Holding GmbH. Sie hat seit bereits 2019 eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Gespräche zwischen Stadt, Land und Bund über die Finanzierung einer Brandschutrzsanierung in der mittlerweile entkernten Kanzel sind geführt worden, einen neuen Sachstand gibt es laut Dezernat indes nicht. Voraussetzung einer Wiedereröffnung wären zwei voneinander getrennte Rettungswege und ein Feuerwehraufzug. Die Kosten für die Arbeiten lieen bei rund 50 Millionen Euro. Der Bund hatte 2019 zugesagt, die Hälfte der Kosten zu übernehmen – bis zu 24 Millionen Euro. Für den Rest müssten die Stadt Frankfurt und das Land Hessen aufkommen. (db, 27.9.25)
Frankfurt, Europaturm (Bild: Leonhard Lenz, CC0)

